Freitag, 15. April 2005

Milde Strafe nach Fan-Skandal in Mailand: Nur sechs Spiele Stadionsperre für Inter!

  • Milan im CL-Semifinale: Spiel geht 3:0 an Rosso-Neri
  • BILDER: Tifosi spielen in Mailand und Turin verrückt

Inter Mailand ist am Freitag bei der Disziplinarsitzung des Europäischen Fußball-Verband (UEFA) mit einer äußerst milden Entscheidung davongekommen. Die Schwarz-Blauen, deren radikale Anhänger-Gruppierungen am Dienstagabend im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen AC Milan einen Spielabbruch beim Stand von 0:1 verursacht hatten, wurden mit einer teilbedingten Stadion-Sperre von sechs Spielen und einer Geldstrafe von 300.000 Schweizer Franken (193.150 Euro) belegt.

Die nächsten sechs Europacup-Heimpartien von Inter müssen unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen werden. Die beiden letzten der sechs Spiele wurden für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Sollte es in dieser Zeit zu weiteren Vorfällen kommen, finden auch diese Partien ohne Publikum statt. Laut UEFA-Sprecher William Gaillard ist die Geldstrafe von umgerechnet 193.000 Euro die höchste Geldbuße, die die UEFA bisher ausgesprochen hat.

Dazu wurde das Derby mit 3:0 für AC Milan gewertet, die Rot-Schwarzen stehen damit nach dem 2:0-Erfolg im Hinspiel im Semifinale und treffen dort auf PSV Eindhoven.

Die Begegnung am Dienstag war in der 73. Minute abgebrochen worden, nachdem die Inter-Anhänger zahlreiche bengalische Feuer auf das Spielfeld des San Siro geworfen hatten. Die Kontroll- und Disziplinarkommission der UEFA entschied in Nyon auf eine "Bewährungszeit" von drei Jahren. In dieser Zeit darf es zu keinen weiteren Vorfällen bei Inter Mailand kommen.

Im Meazza-Stadion war es zu den Ausschreitungen gekommen, nachdem der schwache deutsche Schiedsrichter Markus Merk den regulären Ausgleichstreffer der Gastgeber nicht gegeben hatte. Es folgte ein wahres "Bengalen-Bombardement" des Strafraums vor dem Sektor des harten Kerns der Inter-Fans. Milan-Torhüter Dida wurde dabei von einem bengalischen Feuer, welches vom zweiten Rang gezielt abgeschleudert wurde, an der rechten Schulter getroffen und verletzt. (apa/red)

15.4.2005 20:57