Auswärts eine Macht: Die Austria will auch in Parma auf UEFA-Cup-Beutezug gehen!
- Das Trainerduo analysiert die violette Auswärtsstärke
- Mehr als 2.500 Fans begleiten die Wiener nach Parma
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Die Wiener Austria ist im laufenden Fußball-UEFA-Cup ein alles andere als gern gesehener Gast. Als erste heimische Mannschaft seit vielen Jahren verbreitet der ÖFB-Vizemeister auch auswärts Angst und Schrecken - in bisher sechs Partien gab es bei drei Siegen und zwei Remis lediglich eine Niederlage (9:6 Tore). Für das Trainerduo Kronsteiner/Söndergaard sind die Gründe für die Auswärtsstärke vielschichtig, die Hauptkomponenten sind Selbstbewusstsein, Reife, Kompaktheit, spielerische Klasse und eine Portion Glück.
Die Austrianer verdanken ihren Europacup-Höhenflug fast ausschließlich ihrer Stärke in den Auswärtspartien. "Wir machen uns nicht in die Hose, auch wenn irgendwo 35.000 wild gewordene im Stadion warten", beschreibt Sportmanager Günter Kronsteiner die hart erarbeitete und von Big Boss Frank Stronach oft zitierte "Winner-Mentalität" seiner Truppe.
Das letzte und entscheidende Spiel der Gruppenphase wurde in den Niederlanden gegen Utrecht 2:1 gewonnen, in der K.o.-Phase ließ die Austria zwei Mal mehr internationale Klasse folgen. Gegen Bilbao (0:0 in Wien) siegte man trotz 0:1-Rückstand 2:1, gegen Saragossa (1:1 in Wien) rettete man trotz der Roten Karte für Goalie Didulica ein 2:2 über die Zeit. "Klar, dass in den entscheidenden Phasen auch das Glück dazu gehört. Aber nach sechs Spielen kann man sagen, dass das nicht nur Glück ist, da steckt sehr viel Qualität in der Mannschaft", weiß Austria-Trainer Lars Söndergaard.
Kronsteiner: "Die Klasse der Spieler ist eine andere"
Kronsteiner analysiert die Auswärtsstärke als "Mischung aus verschiedenen Sachen". "Wir haben Hürden genommen und dadurch Selbstvertrauen getankt. Wir lassen und nicht ins Boxhorn jagen, spielen auch im Falle eines Gegentors selbstbewusst weiter. Und die Klasse der Spieler ist eine andere als früher."
Sein Erfolgs-Partner Söndergaard sieht den Erfolsgrun in den fremden Stadien ebenfalls als Produkt einer langen Entwicklungsphase. "Die Mannschaft ist zusammengerückt und zusammengewachsen, zeigt auch nach Rückschlägen wie dem 0:1 in Bilbao enormen Willen und Super-Einstellung. Der Schlüssel zum Erfolg ist unsere Kompaktheit, ohne die gewinnt man international heutzutage auswärts nichts. Aber wir sind jederzeit auch in der Lage, spielerisch Akzente zu setzen und sind zudem bei Standards gefährlich", weiß der Däne, dass Sionko und Co. mittlerweile alles im Gepäck haben, was man "on tour" so brauchen kann.
Dass die Austria mittlerweile eine Europacup-Euphorie ausgelöst hat, zeigte sich bereits am vergangenen Donnerstag mit knapp 40.000 Zuschauern in Happel-Stadion. Nach Parma wird der Rekord-Cupsieger von mehr als 2.500 Fans begleitet, die Anhänger reisen per Flugzeug, Bus, Auto oder Bahn an und sorgen so in der Emilia Romagna für eine "violette Invasion".
Die bisherigen UEFA-Cup-Auswärtsspiele der Wiener Austria in der Saison 2004/2005; 6 Spiele - 3 Siege, 2 Remis, 1 Niederlage - 9:6 Tore:
QUALIFIKATION, 2. RUNDE:
12. August 2004: Illischowez Mariupol (UKR) - Austria Wien 0:0 - 14.500 Zuschauer
1. HAUPTRUNDE:
30. September 2004: Legia Warschau (POL) - Austria Wien 1:3 (0:2) - 12.000 Zuschauer. Austria-Tore: Vachousek, Poledica (Eigentor), Sionko
GRUPPENPHASE:
25. November 2004: Dnjepr Dnjepropetrowsk (UKR) - Austria Wien 1:0 (1:0) - 17.000 Zuschauer
16. Dezember 2004: FC Utrecht (NED) - Austria Wien 1:2 (0:1) - 14.000 Zuschauer
Austria-Tore: Sionko, Rushfeldt
1/16-FINALE:
27. Februar 2005: Athletic Bilbao (ESP) - Austria Wien 1:2 (1:1) - 40.000 Zuschauer
Austria-Tore: Sionko (2)
1/8-FINALE:
17. März 2005: Real Saragossa (ESP) - Austria Wien 2:2 (0:2) - 30.000 Zuschauer
Austria-Tore: Papac, Dosunmu
(apa/red)
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