Mittwoch, 13. April 2005

Morfeo, Gilardino, Bresciano: Markus Schopp warnt vor Parmas "Zuckerguss"

  • Hebt Qualität des in Wien geschonten Trios hervor
  • Brescia-Spieler sagt: "Austrias Aufstiegschance intakt"

Markus Schopp warnt vor dem UEFA-Cup-Rückspiel der Wiener Austria am Donnerstag auswärts gegen den FC Parma vor dem "wahren Gesicht" der Italiener. "Parma hat in Wien ohne Morfeo, Gilardino und Bresciano begonnen - dieses Trio bildet den absoluten Zuckerguss des Vereins. Sollten am Donnerstag alle Drei spielen, kann sich die Austria auf einiges gefasst machen", weiß der Italien-Legionär, der nach dreimonatiger Verletzungspause am vergangenen Samstag auswärts gegen den AC Milan sein Comeback im Brescia-Trikot gab.

Vor allem Stürmerstar Alberto Gilardino, beim 1:1 in Wien nicht im Einsatz, könnte den entscheidenden Unterschied ausmachen. "Er hat dem Verein schon viele Punkte gerettet, ohne Gilardino wäre Parma noch viel tiefer drinnen im Abstiegskampf", meinte der Steirer, der jedoch hinzufügte: "Egal mit welcher Aufstellung Parma spielt, die Aufstiegschance der Austria ist intakt. Denn Parma heute ist mit Parma vor ein paar Jahren einfach nicht mehr vergleichbar."

Parma hat nach dem finanziellen Zusammenbruch von Eigentümer Parmalat die Vereinsstrategie ja vollkommen verändert. "Sie versuchen jetzt mit jungen Leuten Erfolg zu haben. Und das bringt auch Probleme mit sich: sie spielen oft attraktiven Fußball, können aber in den entscheidenden Situationen nicht den Sack zu machen", macht der ÖFB-Teamspieler den Austrianern Mut.

"Ein Schuss Arroganz und Überheblichkeit"
Das Hinspiel in Wien wurde vom italienischen TV nicht live übertragen, Schopp verfolgte die Partie lediglich via Teletext und Print-Medien. Die Tatsache, dass Parma in Wien einige Stammspieler geschont hat, kommentierte er folgendermaßen: "Typisch italienisch mit einem Schuss Arroganz und Überheblichkeit. Sie sind mit der zweiten Garnitur angetreten und haben trotzdem ein 1:1 erreicht."

Schopp weiter: "Das spricht aber keinesfalls gegen die Austria, denn jeder Spieler, der es in die Serie A geschafft hat, kann etwas. Sie verfügen über Qualität." Der ÖFB-Teamspieler ist mit Brescia im Serie-A-Abstiegskampf direkter Parma-Konkurrent und weiß: "Parma will hundert Mal lieber in der Serie A bleiben als den UEFA-Cup gewinnen."

Engländer pfeift in Italien
Der englische Unparteiische Steve Bennett wird das Rückspiel in Parma leiten. Der aus Kent stammende Lehrer ist seit 1984 als Schiedsrichter aktiv und pfeift seit 1996 in der englischen Premier League. Bennett war bei bisher drei FA-Cup-Finalspielen als Schiedsrichter-Assistent bzw. vierter Offizieller im Einsatz, in der laufenden WM-Qualifikation leitete er Niederlande - Finnland und Albanien - Ukraine.

(apa/red)

13.4.2005 13:26