Dienstag, 12. April 2005

Champions League: Jose Mourinho fürchtet Gegentor und beschimpft Hitzfeld

  • Coach bezeichnete Ex-Bayern-Trainer als "faulen Sack"
  • Ängstlichkeit trotz 4:2-Vorsprung: "Ein schweres Spiel"

Der sonst so selbstbewusste Chelsea FC präsentiert sich vor dem Viertelfinal-Rückspiel in der Fußball-Champions League gegen Bayern München (heute ab 20.45 Uhr LIVE auf networld.at) ungewohnt kleinlaut. "Es wird ein schweres Spiel", glaubt Trainer Jose Mourinho, der trotz seiner Sperre ins Olympiastadion kommen wird. Vor allem die jüngste Schwäche seiner Defensiv-Abteilung bereitet ihm Sorgen. In den jüngsten zehn Spielen kassierten die Londoner 14 Tore. Angriffslustig zeigt sich Mourinho nur gegenüber Ottmar Hitzfeld, den er als "faulen Sack" beschimpfte. Der Ex-Bayern-Coach hatte ihn zuvor als "arrogant" und "menschlich enttäuschend" bezeichnet.

"Wenn Bayern ein Tor schießt - egal ob früh oder spät -, dann wird es ein sehr schweres Spiel für uns", fürchtet der 42-jährige Portugiese vor dem Prestige-Duell. Obwohl der englische Tabellenführer in dieser Saison noch kein Spiel mit mehr als einem Tor Unterschied verloren hat, offenbart er seit einigen Wochen deutliche Defensiv-Schwächen. In den vergangenen zehn Spielen blieb Chelsea nur einmal ohne Gegentor. Zum Vergleich: In den 14 vorangegangenen Begegnungen hatte Torwart Cech nur zwei Treffer kassiert. Auch das Gegentor in der Meisterschaft gegen Birmingham (1:1) am vergangenen Samstag ging auf seine Kappe.

Mourinho fällt die Tribüne schwer
In Chelseas Starensemble macht sich allmählich der Kräfteverschleiß durch die fehlende Winterpause bemerkbar. "Jeder meiner Spieler hätte heute eine Pause gebraucht", gestand Mourinho nach dem mühevollen Unentschieden, "aber ich konnte nicht jeden schonen. Physisch und mental ist es für jeden schwer im Moment." Chelseas Trainer darf auch im zweiten Spiel gegen den FC Bayern sein Team nicht coachen. Diesmal wird er jedoch ins Stadion kommen. "Ich werde auf der Tribüne, in einer Box oder im VIP-Bereich sein." Nicht auf der Bank zu sitzen, sei ihm "sehr schwer gefallen".

In seiner wöchentlichen Zeitungskolumne ließ Mourinho gegenüber Hitzfeld kräftig Dampf ab, ohne den Ex-Bayern-Trainer namentlich zu nennen: "Ein gefeuerter Trainer hat den besten Job. Du stehst um halb elf auf, frühstückst und surfst in aller Ruhe auf den Sportseiten im Internet. Nach dem Mittagessen mit Freunden besuchst du die Bank, um zu sehen, ob das Gehalt, das dein Klub dir immer noch zahlt, schon auf dem Konto ist. Da bleibt genug Zeit, Leute zu kritisieren, die du nicht kennst." Sein kurzer Rat lautet daher: "Geh endlich arbeiten, du fauler Sack! Und wenn du das nicht willst, dann lass' die anderen in Ruhe arbeiten!" (apa/red)

12.4.2005 07:13