Sonntag, 17. April 2005

Edlinger: "Geld ist nicht alles" - Rapid zwischen Anspruch und Wirklichkeit

  • Finanzkräftige violette Konkurrenz droht zu enteilen
  • PLUS: Sensations-Deals bei Salzburg und GAK

Beim österreichischen Fußball-Rekordmeister SK Rapid könnte in den kommenden Jahren die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit immer größer werden. Tradition verpflichtet und droht dadurch zu einer schweren Bürde zu werden, wenn die Hütteldorfer trotz deutlich geringeren Budgets mit den finanziell weich gebetteten Klubs Austria und Salzburg mithalten müssen.

Nun hat auch der GAK mit der International Management Group (IMG) einen potenten Partner gefunden, der den Grazern pro Saison rund fünf Millionen Euro in die Kassa spült. Spekulationen, wonach der regierende Meister wegen der Auflösung der bisher bestehenden GAK Marketing GmbH nicht wesentlich mehr Geld als zuvor zur Verfügung hat, wollte Rapid-Präsident Rudolf Edlinger nicht kommentieren. "Ich kenne die Vertragsdetails nicht, aber ich schätze GAK-Präsident Rudi Roth sehr. Wenn er so etwas macht, wird sich die Situation des Vereins sicher verbessern."

Der Vorteil in der Partnerschaft besteht für die Grazer laut Edlinger vor allem in der Planungssicherheit. "Der GAK hat zehn Jahre lang jedes Jahr fünf Millionen Euro fix zur Verfügung. Wir haben Sponsorverträge, die noch ein oder zwei Jahre laufen, aber Spielverträge für drei oder vier Jahre", beschrieb Edlinger das Dilemma des populärsten Klubs Österreichs, um jeden Geldgeber kämpfen zu müssen.

10 Millionen Euro beträgt das Budget für die laufende Saison, für das kommende Spieljahr ist eine Steigerung um 500.000 Euro geplant. "Das ist für österreichische Verhältnisse ganz brauchbar", sagte der Rapid-Präsident.

Ein großer Sprung ist ohne einen "Big Spender" wie Frank Stronach oder Dietrich Mateschitz nicht möglich. Rapid versucht laut Edlinger zwar, "auf vielen Beinen zu stehen", würde aber prinzipiell den Einstieg eines Großinvestors begrüßen. "Doch es kommt auf die Rahmenbedingungen an. Wenn der Verein der bleibt, der er ist, bin ich für jedes Gespräch offen", erklärte der frühere Finanzminister, der "einen Mateschitz schon genommen hätte".

So aber muss Rapid weiter kleinere Brötchen backen und damit befürchten, dass die violette Konkurrenz außer Reichweite gerät. "Doch damit setze ich mich auseinander, wenn es so weit kommen sollte. Geld ist nicht alles", erklärte Edlinger.

(apa)

17.4.2005 15:14