Mittwoch, 13. April 2005

Cup-Viertelfinale: Rapid Wien siegt im Bruderduell gegen Mattersburg klar mit 3:1!

  • GAK siegt in Lustenau 3:1, Kärnten bezwingt LASK 3:2
  • Letzes Cup-Viertelfinale soll am 27. April steigen

Mit Titelverteidiger GAK, Rekordmeister Rapid und dem FC Kärnten haben sich am Dienstagabend im Viertelfinale des heimischen Fußball-Stiegl-Cups die Favoriten durchgesetzt. Der Cupholder aus Graz feierte beim Pasching-Bezwinger Austria Lustenau einen 3:1-Erfolg, Rapid setzte sich mit demselben Ergebnis beim Liga-Rivalen Mattersburg durch, und Kärnten kam im Erste-Liga-Duell mit dem LASK nach einem 0:2-Rückstand noch zu einem verdienten 3:2-Heimsieg.

Das vierte und letzte Cup-Viertelfinale soll am 27. April folgen, wenn St. Pölten auf den Sieger der Partie Sturm Graz - Austria Wien trifft. Dieses Achtelfinale findet am 20. April im Arnold-Schwarzenegger-Stadion der steirischen Landeshauptstadt statt.

Hütteldorfer mit Köpfchen
Der österreichische Fußball-Rekordmeister SK Rapid ist am Dienstag relativ sicher ins Semifinale des ÖFB-Cups eingezogen. Die Hütteldorfer siegten im Pappel-Stadion gegen SV Mattersburg durch Kopfball-Treffer von Hlinka (10.), Dosek (61.) und Katzer (69.) mit 3:1 und zeigten sich dabei vor allem in der ersten Hälfte in starker Verfassung. Für die Burgenländer, deren Ehrentreffer Mörz (53.) erzielte, ist der Traum vom Cup-Sieg und damit von der Teilnahme an einem internationalen Bewerb vorbei.

Dabei hatten die Mattersburger die erste Chance, als Mörz eine Kühbauer-Flanke volley übernahm, aber Rapid-Goalie Payer keine Probleme bereitete. Dann aber schwang sich Rapid zu einer spielerischen Glanzleistung auf, wie man sie von den Hütteldorfern in diesem Jahr noch nicht gesehen hatte: Katzer verlängerte per Kopf einen Eckball von Ivanschitz, Hlinka stand goldrichtig und netzte ebenfalls per Kopf sicher ein (10.). Schon eine Minute später wären die Gäste fast 2:0 in Führung gegangen, Ivanschitz schoss nach einen Solo-Lauf aber knapp daneben.

Vor allem an Ivanschitz lag es, dass sich Rapid in der ersten Hälfte zahlreiche hochkarätige Chancen erarbeitete. Der ÖFB-Teamkapitän schlüpfte in die Rolle des diesmal geschonten Hofmann, von dem er auch die Kapitänsbinde übernahm, und fühlte sich in dieser Position sichtlich wohl. In der 22. Minute flankte er auf Hlinka, dessen Kopfball nur knapp das Ziel verfehlte. Eine Minute später spielte Ivanschitz Martinez frei, der auch ins Tor traf. Zuvor war allerdings Schiedsrichter Mostböck auf Kriegsfuß mit der Vorteilsregel gestanden und hatte unter den Protesten der Rapidler auf Foul an Ivanschitz entschieden.

Der wiedererstarkte Burgenländer - so stark wie schon lange nicht - ließ sich aber auch davon nicht beeindrucken und trieb die Hütteldorfer weiter nach vorn. In der 28. Minute servierte er Dosek den Ball, der Tscheche scheiterte aber aus kurzer Distanz an Borenitsch. Martinez hatte in der 41. Minute wie schon viele Kollegen vor ihm das 2:0 für Rapid auf dem Fuß, als er nach Kincl-Pass Borenitsch bereits ausgespielt hatte, dann aber aus spitzem Winkel nur das Außennetz traf. Wieder eine Minute später durfte sich Rapid aber bei Goalie Payer bedanken, der eine Doppelchance von Thomas Wagner aus kurzer Distanz entschärfte.

Auch nach der Pause sahen die rund 14.000 Zuschauer eine hochklassige Partie, wobei sich die vielen vergebenen Chancen der Hütteldorfer zunächst zu rächen schienen, denn Mörz traf mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze in der 53. Minute zum 1:1. Doch die Mattersburger Hoffnungen währten nur kurz: Der wiedergenesene Dosek stellte nach Flanke von Hlinka per Kopf auf 2:1 (61.). Nur zwei Minuten nach dem neuerlichen Rückstand hatten die in der zweiten Hälfte stärkeren Burgenländer bei einem Schuss von Fuchs an die Oberkante der Latte Pech, in der 69. Minute aber folgte die Entscheidung: Katzer versenkte einen Kopfball nach Freistoß-Flanke von Martinez zum 3:1.

Rapid gewann damit die "Trilogie" gegen Mattersburg mit 2:1 und nahm gleichzeitig Revanche für das bittere 0:1 in der Meisterschaft vor zehn Tagen im Pappel-Stadion. Zuletzt hatten sie am Samstag im Hanappi-Stadion einen 2:1-Erfolg über die Burgenländer gefeiert.

Lustenau - GAK
Meister GAK hat am Dienstag einmal mehr seine Cup-Qualitäten unter Beweis gestellt. Die Grazer setzten sich im Viertelfinale des Stiegl-Cups im Reichshofstadion bei Austria Lustenau dank Toren von Sick (40.), Aufhauser (64.) und Kujabi (94.) mit 3:1 (1:1) durch und sind damit nur noch zwei Siege von einer erfolgreichen Titelverteidigung entfernt. Für die Lustenauer, die im Achtelfinale überraschend Bundesliga-Tabellenführer FC Superfund Pasching im Elfmeterschießen eliminiert hatten, hatte Laschet (45.+2) zwischenzeitlich ausgeglichen.

Der Tabellenvierte der Red Zac Ersten Liga lieferte dem Double-Gewinner eine offene erste Hälfte, ging das hohe Tempo des GAK in einem kampfbetonten Spiel mit und fand sogar die ersten guten Chancen vor. Laschet scheiterte jedoch ebenso mit einem Kopfball (12.) wie Pamminger mit einem Schuss aus der Drehung an GAK-Keeper Schranz (13.). Erst nach einer halben Stunde rissen die Grazer das Ruder an sich, übernahmen die Kontrolle.

Nachdem Kollmann zehn Minuten zuvor per Kopf nach Bazina-Volley das Kreuzeck noch knapp verfehlt hatte (30.), machte es Sick noch vor der Pause besser, köpfelte aus kurzer Distanz ein. Der Mittelfeldspieler reagierte am schnellsten, nachdem U21-Teamgoalie Özcan einen Ehmann-Kopfball nach einem von Standfest von links zur Mitte gedrehten Freistoß nur kurz abgewehrt hatte. Praktisch mit dem Pausenpfiff sorgte Lustenau-Verteidiger Laschet jedoch ebenfalls per Kopf nach ähnlichem Pamminger-Freistoß von links für den Ausgleich.

Dennoch kam der GAK gut aus der Pause. Özcan drehte einen Kollmann-Freistoß über die Latte (55.). Beim darauf folgenden Ehmann-Corner klärte Laschet nach Ehmann-Kopfball. Eine Einzelaktion von ÖFB-Teamspieler Rene Aufhauser brachte den Meister auf die Siegerstraße. Der Mittelfeldmotor schloss nach Doppelpass mit Kollmann ab, der Schuss wurde von Laschet unhaltbar für Özcan abgefälscht.

In weiterer Folge dominierten die Grazer, spielten den Vorsprung sicher nach Hause. Der eingewechselte Kujabi sorgte mit einem eigentlich harmlosen Schuss aus mehr als 20 Metern, den der bis dahin fehlerlose Özcan durch seine Hände gleiten ließ, in der Schlussminute für die Entscheidung.

Der GAK, der in der Meisterschaft zuletzt mit zwei knappen 1:0-Erfolgen gegen Salzburg die kleine Chance im Titelrennen aufrechterhalten hatte, hat damit seit über zwei Jahren im Cup nicht verloren. Zuletzt hatten die "Rotjacken", die den Pokal nach 1981 im Zwei-Jahres-Rhythmus 2000, 2002 und 2004 nach Graz geholt hatten, am 9. April 2003 im Viertelfinal in Mattersburg mit 0:1 eine Niederlage kassiert. Seit dem Jahr 1999 steht daneben nur eine Drittrunden-Niederlage gegen den Regionalligisten Zeltweg (ebenfalls 0:1 am 4. April 2001) für den Meister zu Buche.

Kärnten - LASK
Der FC Kärnten steht im Halbfinale des heimischen Fußball-Cups. Die Klagenfurter feierten am Dienstagabend bei nasskaltem Wetter vor nur 300 Zuschauern im Wörthersee-Stadion gegen den Erste-Liga-Konkurrenten LASK Linz einen verdienten 3:2-(1:2)-Heimerfolg.

Die Gastgeber dominierten von Beginn an klar, verabsäumten es aber zunächst, aus ihren zahlreichen guten Möglichkeiten - u.a. Kabat (17./Knaller pariert) und Parapatits (25./nach Kabat-Pass knapp vorbei) - Kapital zu schlagen. Diese vergebenen Chancen rächten sich prompt: Nach einem Flanken-Freistoß von Pistrol war Verteidiger Fellner aus kurzer Distanz mit dem Kopf zur Stelle und sorgte für die glücklich Führung der Linzer, wobei Kärnten-Tormann Probst keine gute Figur machte (27.).

Nach dem Gegentor brauchten die Hausherren knapp zehn Minuten, bis sie sich von diesem Schock erholten, doch just in der neuerlichen Drangphase fingen sie sich nach einem Konter das 0:2 ein: Ein Luttenberger-Abschlag leitete den schnellen Gegenstoß ein, den Kahraman nach optimalem Zusammenspiel mit Novakovic erfolgreich abschloss (39.). Praktisch im Gegenstoß legte Fellner Kärnten-Stürmer Parapatits, den fälligen Elfer verwandelte Kabat (41.) sicher zum Anschlusstreffer.

Unmittelbar nach der Pause fand zunächst Kahraman eine tolle Chane für die Gäste vor, doch danach übernahmen den Kärntner endgültig das Kommando und kamen überaus glücklich zum Ausgleich, als ein Stückler-Weitschuss aus gut 25 Metern, der weit am Tor vorbeiging, vom eben erst eingewechselten LASK-Spieler Klein derart unglücklich mit der Schulter abgefälscht wurde, dass der Ball via Innenstange im Tor landete (62.).

Danach retteten Lucic (71./nach Volleyschuss von Stückler) und Klein (72./nach Hota-Kopfball) jeweils für ihren geschlagenen 43-jährigen Torhüter Wolfgang Knaller, aber in der 85. Minute war das 3:2 für Kärnten nicht mehr zu verhindern: Nach einer Kampel-Flanke netzte Bubalo mit einer Direktabnahme aus kurzer Distanz zum Endstand und hochverdienten Heimerfolg des FCK ein.

Die Auslosung des Halbfinales erfolgt am Samstag live in der ATVplus-Sendung "Volltreffer" (ab 21:55 Uhr).

Cup-Viertelfinale:
SC Austria Lustenau - Liebherr GAK 1:3 (1:1)
FC Kelag Kärnten - LASK Linz 3:2 (1:2)
SV Mattersburg - SK Rapid Wien 1:3 (0:1)

(apa/red)

13.4.2005 16:05