14 Ex-Spieler hatten geklagt: Arbeits- gerichtsprozess um die Tirol-Pleite beendet
- Urteil ergeht in frühestens zwei Monaten schriftlich
Der Prozess vor dem Innsbrucker Arbeitsgericht wurde am Dienstag beendet. Vierzehn ehemalige Spieler des Fußball-Meisters FC Tirol, der im Juni 2002 in den Konkurs schlitterte, klagten die Ex-Präsidenten Othmar Bruckmüller und Martin Kerscher, sowie Vorstandsmitglied Hans Jörg Mader, auf ausstehende Gehälter und weiteren Zahlungen aus deren damaligen Verträgen. Das Urteil wird schriftlich ergehen.
Nach zweistündiger Verhandlung am Dienstag beendete Richter Johann Bergmann das Verfahren, das sich seit dem 16. April 2003 mit zehn Verhandlungstagen dahinzog. Die vierzehn ehemaligen Spieler des FC Tirols klagten dabei auf insgesamt eine Million Euro an ausstehenden Gehältern.
Eine weitere Million wollen die Spieler, dafür, dass der Konkurs des Vereines verschleppt und hinausgezogen worden sei, wodurch sie sich nicht zeitgerecht um andere Klubs und Verträge kümmern konnte. 400.000 Euro wollen sie dafür, dass sie plötzlich Steuern nachzahlen mussten, die aber der Verein hätte abliefern sollen.
Am letzten Verhandlungstag wurde Heinz Gehl, Mitglied des Senats 5 der Fußball-Bundesliga (behandelte den Protest des FC Tirols wegen der Lizenzverweigerung), als Zeuge befragt. Gehl sagte, es wäre auch nach dem 3. Juni 2002 (Tag der Entscheidung des Senates 5) theoretisch noch möglich gewesen eine andere Entscheidung zu treffen.
Größter Crash im österreichischen Fußball
Bruckmüller übersandte am 5. Juni 2002 eine Sachverhaltsdarstellung an die Bundesliga, in der er auf die sichere Zukunft des FC Tirols verwies und eine Sanierungsplan vorgelegt wurde. Auf Vorhaltung des Schriftstückes sagte Gehl: "Ich habe diese Sachverhaltsdarstellung nie gesehen, sie war mir aber inhaltlich bekannt. Es war im Senat ein Bemühen, eine positive Lösung zu finden." Letztlich wurde dem FC Tirol die Lizenz doch verweigert, und der größte Crash im österreichischen Fußball mit rund 50 Millionen Euro Schulden wurde Wirklichkeit.
Markus Anfang, der am Montagabend mit seinem derzeitigen Klub MSV Duisburg den Aufstieg in die erste deutsche Bundesliga fixierte, betonte am Dienstag vor dem Innsbrucker Gericht, er habe sich immer auf die Zusagen Bruckmüllers verlassen: "Er hat zu uns gesagt, wir sollen uns nur um das Sportliche kümmern, alles andere werde er schon richten."
Friedrich Gatscha, der Anwalt der Spieler Alfred Hörtnagl, Robert Wazinger, Jerzy Brzeczek, Stani Tschertschessow, Wolfgang Mair, Reinhold Harrasser, Markus Anfang, Marc Ziegler, Robert Ibertsberger, Walter Kogler, Andreas Schiener, Markus Scharrer, Peter Pawlowski und Oliver Prudlo, rechnet mit der Ausfertigung des Urteils in frühestens zwei Monaten. (apa)
