KTM-Pilot Kallio triumphiert in Estoril:
Finne nach erstem Sieg WM-Führender
- MotoGP: Barros gewinnt vor Titelverteidiger Rossi
- Ex-KTM-Fahrer Stoner in Viertelliterklasse erfolgreich
Das Red-Bull-KTM-Team hat am Sonntag den zweiten Sieg seit dem Einstieg in die Motorrad-Straßen-WM gefeiert. In einem dramatischen Finale hat sich der Finne Mika Kallio im Grand Prix von Portugal in Estoril mit dem Mini-Vorsprung von acht Tausendstel vor dem Spanier Hector Faubel durchgesetzt. Kallio sicherte sich damit per Foto-Finish den ersten Grand-Prix-Sieg seiner Karriere. Für den ersten KTM-Sieg der Straßen-WM-Historie hatte der Australier Casey Stoner im Oktober 2004 in Sepang gesorgt.
Kallio war in Estoril erstmals in seiner Karriere aus der "Pole" gestartet und der 22-Jährige aus Valkeakoski nutzte diesen Vorteil gleich zu seinem Premierenerfolg. Zwei Runden vor Schluss erkämpfte sich der KTM-Fahrer in einem heißen Duell gegen Aprilia-Konkurrent Faubel die Führung zurück, der Spanier konterte im Finish aber noch einmal, hatte jedoch schließlich im Achtelliter-Thriller um 0,008 Sekunden (!) das Nachsehen.
Kallios Lohn für den hart erkämpfen Erfolg ist die WM-Führung, der Skandinavier, der zum Saison-Auftakt in Spanien Zweiter war, liegt nun mit 45 Punkten klar vor dem Italiener Marco Simoncelli (31). Das stark aufstrebende KTM-Team liegt nun auch in der Markenwertung auf Platz eins.
Platz drei ging in Estoril an den Schweizer Thomas Lüthi (Honda), der nach einer Kollision mit Kallios KTM-Kollegen Gabor Talmacsi (HUN) aus dem Rennen um den Sieg geworfen worden war. Lüthi fiel kurzfristig auf Rang elf zurück, schaffte aber noch den Sprung aufs Podium.
Barros vor Rossi
In der MotoGP-Klasse setzte sich Routinier Alex Barros durch. Der 34-jährige Brasilianer gewann vor den Italienern Valentino Rossi und Max Biaggi. Sieger in der Viertelliterklasse wurde der australische Ex-KTM-Fahrer Stoner, der Burgenländer Yves Polzer landete in seinem Debütrennen mit der MAS Aprilia auf Rang 21. Barros hatte 1986 als 15-Jähriger in der Straßen-WM (80 ccm) und seitdem 243 Grand-Prix bestritten. In Estoril gelang dem Fahrer aus Sao Paulo, der noch nie Weltmeister war, der siebente Triumph, der erste seit dem 3. November 2002 (Valencia).
Lange Zeit sah es auf dem Rundkurs in der Nähe von Lissabon nach einem Erfolg von Sete Gibernau aus, der sich trotz seiner schwer lädierten Schulter gleich nach dem Start abgesetzt hatte. Doch in der 17. von 28 Runden verlor der Katalane die Kontrolle über sein Motorrad und schied aus. Pole-Position-Mann Barros erbte die Führung, und WM-Spitzenreiter Rossi sammelte als Zweiter 20 wertvolle Punkte im Hinblick auf eine erfolgreiche Titelverteidigung.
In der Viertelliterklasse hatte sich zuvor der ehemalige KTM-Fahrer Casey Stoner (Aprilia) vor dem Italiener Andrea Dovizioso (Honda) sowie dem Franzosen Randy de Puniet (Aprilia) durchgesetzt. Der Burgenländer Yves Polzer landete bei seinem Renndebüt mit der MAS Aprilia mit zwei Runden Rückstand auf Platz 21.
(apa)
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