Sonntag, 17. April 2005

Hypo verpasst Champions-League-Finale: Damen-Meister scheitert an Kometal Skopje

  • Eine 18:22-Auswärts-Niederlage bedeutet das Aus
  • Prokop-Kritik: "Sie haben uns den Aufstieg gestohlen"

Österreichs Frauen-Handball-Serienmeister Hypo Niederösterreich hat das angepeilte Champions-League-Finale verpasst. Das Team von Trainer-Manager Gunnar Prokop erlitt am Samstagabend bei Kometal Skopje nach einer tollen Leistung in Hälfte eins und 11:8-Pausenführung noch eine klare 18:22-Niederlage und schied nach dem 32:30-Heimsieg im Halbfinal-Hinspiel vor einer Woche mit einem Gesamtscore 50:52 aus.

In den ersten 30 Minuten setzten die Südstädterinnen Prokops Motto "Wille und Herz machen viel möglich" optimal um und lagen von Beginn weg in Front. Weder zwei Gelbe Karten in den ersten drei Minuten noch die mit mehr als 2.500 Zuschauern restlos gefüllte Kala-Halle brachten den achtfachen Europacup-Sieger aus dem Konzept. In der 19. Minute lagen Tanja Logwin und Co., die lange und durchdachte Angriffe spielten, sogar 8:4 in Führung, zur Pause betrug der Vorsprung immerhin noch drei Treffer.

Unmittelbar nach dem Wechsel erfolgte dann aber der Umschwung, wobei die Gastgeberinnen von mehreren fragwürdigen Entscheidungen der jungen, norwegischen Schiedsrichter Andre Hansen und Oistein Pettersen, die in ihrer Heimat nur die Nummer drei unter den Referees sind, profitierten. Das 13:12 in der 39. Minute bedeutete die erstmalige Führung für Skopje im Halbfinal-Duell mit Hypo. Die Niederösterreicherinnen blieben zunächst jedoch weiter an den Mazedonierinnen dran und schafften drei Mal den Ausgleich, vor allem weil Torfrau Anna Kriworutschko mit insgesamt 17 Glanzparaden und zwei parierten Siebenmetern ein optimaler Rückhalt war.

Erst in der 49. Minute, nachdem Logwin bei einem Siebener an der Stange gescheitert war und Nascimento verworfen hatte, hatte Skopje erstmals den auf Grund der Auswärtstorregel für den Aufstieg zumindest notwendigen Zwei-Treffer-Vorsprung mit dem 17:15 geschafft. Doch als es knapp fünf Minuten vor Schluss 16:19 aus der Sicht von Hypo hieß, Rotis verwarf und im Gegenstoß die türkische Skopje-Scharfschützin Özel traf, war das Ausscheiden von Österreichs Meister endgültig besiegelt.

Özel, die vor der Pause nur ein Tor geschafft hatte, war am Ende mit neun Treffern auch die große Matchwinnerin für Skopje. "Doch nicht die Türkin, sondern die Schiedsrichter haben uns das Genick gebrochen. Die Norweger sind Betrüger, sie haben uns den Aufstieg gestohlen. Ihre Leistung in der zweiten Hälfte war eine Schweinerei", lautete die scharfe Kritik von Prokop an den international unerfahrenen Unparteiischen, die sich sichtlich von der Hexenkesselkulisse in Skopje hatten beeindrucken lassen. "Sie haben drei Tore von Özel gegeben, bei denen sie mindestens 15 Zentimeter übertreten hatte. Außerdem verstieß sie bei vielen ihrer Treffer gegen die Schrittregel."

Das eigene Team lobte der Hypo-Feldherr dagegen. "Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat toll gekämpft", betonte Prokop, nachdem sich auch im insgesamt zehnten Vergleich mit Skopje die Heimmannschaft durchgesetzt hatte. Die Mazedonierinnen, Champions-League-Sieger von 2002, haben damit seit 2003 den neunten Heimsieg in Serie gefeiert und in 48 Champions-League-Heimspielen bei zwei Remis erst drei Mal verloren.

Champions League:
Kometal Skopje (MKD) - Hypo Niederösterreich (AUT) 22:18 (8:11). Hinspiel: 30:32
Slagelse FH (DEN) - Dunaferr SE (HUN) 21:17 (11:6) - Hinspiel: 28:25

Finale: Skopje - Slagelse

(apa)

17.4.2005 22:26