Mittwoch, 13. April 2005

Eishockey-Ländermatch: Tschechischer Star-Express überrollte ÖEHV-Team 7:0

  • Vor 4.800 Zuseher war vierfacher Weltmeister zu stark

Während Österreichs Eishockey-Fans gespannt nach Wien blickten, um die Entscheidung um den Meistertitel zu verfolgen, spielte unser Eishockey-Nationalteam am Dienstag in Breclav das zweite von insgesamt sechs Testspielen für die WM von 30. April bis 15. Mai in Wien und Innsbruck. Gegen den vierfachen Weltmeister Tschechien setzte es mit 0:7 (0:2,0:3,0:2) eine klare Niederlage. Das ÖEHV-Team bezog damit im siebenten Duell mit den nordöstlichen Nachbarn die siebente Niederlage.

Vor 4.800 Zuschauern, die das ausverkaufte "Zimni-Stadion" in einen Hexenkessel verwandelten, trafen die allesamt NHL-erfahrenen Hlavac (8.), Prospal (10.), Sykora (31.), Vrbata (37.,38.), Hejda (44.) und Olesz (45.) für die in allen Belangen überlegenen Gastgeber.

Nach dem 3:0-Erfolg über Italien am vergangenen Donnerstag erwies sich die mit 21 NHL-Profis gespickte und von Slavia-Prag-Trainer Vladimir Ruzicka betreute tschechische Star-Truppe als erster echter Prüfstein und letztlich übermächtiger Gegner für das ÖEHV-Team, das allerdings ohne die im Liga-Finale engagierten KAC- und Vienna Capitals-Akteure sowie die Legionäre Setzinger (FIN), Trattnig und Lakos (Syracuse Crunch) angetreten war. Bereits am Donnerstag (18:00) hat das Team von Herbert Pöck in Znaim, wo seit Montag für ein viertägiges Trainingslager Quartier bezogen wurde, Gelegenheit zu einem ehrenhafteren Ergebnis.

Österreicher kamen nicht aus Drittel raus
Das Spiel lief von Beginn an wie auf einer schiefen Ebene Richtung Tor von Bernd Brückler (University of Wisconsin), der so wie Torhüterkollege Claus Dalpiaz (Innsbruck) erst am Wochenende zur Mannschaft gestoßen war. Die Tschechen schnürten das ÖEHV-Team förmlich im eigenen Drittel ein, kombinierten traumwandlerisch sicher und schossen aus allen Lagen. So war das 1:0 durch Hlavac nur eine Frage der Zeit. Beim 2:0 durch Anaheim-Stürmer Prospal, der während des NHL-Lockouts seinen Stammverein Ceske Budejovice in die erste Liga führte, sah Brückler nicht gut aus. In der Folge avancierte der 23-jährige Goalie aber zum mit Abstand besten Österreicher.

Im Mitteldrittel hielt Brückler seine Teamkollegen mit Glanzparaden bis zur 31. Minute im Spiel, ehe Sykora, Star-Stürmer der Anaheim Mighty Ducks, für das 3:0 sorgte. Nur sechs Minuten später stellte Vrbata mit einem Doppelschlag auf 5:0, wobei der zweite Treffer durch einen katastrophalen Fehler von Kaspitz unmittelbar vor dem eigenen Tor begünstigt wurde.

Der Schlussabschnitt brachte einen vor dem begeisterten Publikum weiter stürmenden tschechischen Eishockey-Express, der durch Hejda und Olesz auf 7:0 stellte und "La Ola" über die Ränge rollen ließ. Lediglich Brückler verhinderte ein noch schlimmeres Debakel. Um mit einem positiven Fakt abzuschließen, sei erwähnt, dass das ÖEHV-Team in sechs Unterzahl-Perioden keinen Treffer erhielt.
(apa)

13.4.2005 09:00