Dienstag, 12. April 2005

Volleyball-Finalserie: Peter Kleinmann ist Aufspieler Dobrowolski hilflos ausgeliefert

  • Der unberechenbare Pole ist derzeit die einzige Wahl
  • Tirol-Manager Hannes Kronthaler: "Der wichtigste Sieg"

Der Titelverteidiger ist schwer angeschlagen. Exakt zehn Jahre nach dem bisher letzten Verlust des Meistertitels an PL Salzburg droht den Aon hotVolleys in der nunmehrigen Aon VolleyLeague abermals nur Platz zwei. Cupsieger Hypo Tirol ist in jeder Hinsicht auf den Spuren der Salzburger, denn diese schafften 1995 das Double. Um ein da capo zu verhindern, bedarf es nun einer Sonderleistung der hotVolleys. Doch es steht in der "best of seven"-Serie 0:2 und die bisherigen Leistungen geben den Wienern wenig Grund zur Zuversicht.

hotVolleys-Manager Peter Kleinmann sah sich die 0:3-Schlappe seiner Mannschaft vom Vortag am Dienstag noch einmal auf Video an und wurde in seinem ersten Eindruck bestätigt. Demnach trage Aufspieler Maciej Dobrowolski die Hauptschuld an der Niederlage. Kleinmann: "Er hatte den Auftrag, als erste Option auf Antunovic aufzuspielen. Die zweite waren schnelle Bälle in die Mitte. Und dann erst wäre nach außen auf Sanko oder Sikiric zu spielen gewesen." Dobrowolski habe zu Beginn aber fast nie auf Antunovic gespielt, Satz eins ging verloren.

Als der Pole den Hauptangreifer aus Kroatien im zweiten Durchgang öfter anspielte, hielten die hotVolleys mit. Kleinmann: "Antunovic hat bis 20:20 acht Bälle bekommen, hat sieben Punkte gemacht. Danach hat er keinen Ball mehr gesehen und wir haben den Satz verloren. Dobrowolski ist anscheinend beratungsresistent." Im dritten Satz war nichts mehr zu retten, das fürchtet Kleinmann auch für den Rest der Serie: "Das war Selbstmord. Ich sehe keine Möglichkeit mehr, das zu ändern. Ich habe es versucht, aber was soll ich jetzt noch machen."

Der sonst so einfallsreiche Manager des Rekordmeisters steht vor dem Dilemma, keine Alternative für Dobrowolski zu haben und daher dessen Launen ausgeliefert zu sein. Der Tscheche Tomas Wiedermann ist der zweite Aufspieler, laut Kleinmann ist dem 24-Jährigen die derzeitige Finalserie aber eine Nummer zu groß. Das wäre Sohn Daniel Kleinmann schon eher zuzutrauen, nur steht der seit einem Jahr nicht mehr im vollen Training. Eine kurzfristige Verpflichtung eines Klasse-Aufspielers kommt für Kleinmann auch nicht in Frage.

Während bei den hotVolleys die Mischung der von Ex-Trainer Gianni Cretu mit ausgesuchten Spielern derzeit nicht passt - Kleinmann: "Ich habe das zu verantworten, ich muss es auch wieder ändern." -, hat Tirol-Coach Emanuele Zanini sein Team seit der Zusammenstellung im Sommer kontinuierlich nach oben gebracht. Am Dienstag gab es für die Sieger einen verdienten Ruhetag. Der Siegeswillen und das Engagement der Innsbrucker war beeindruckend. Manager Hannes Kronthaler: "Ich wusste vorher, dass das in Wien der wichtigste Sieg der Serie wird." Spiel drei der Finalserie findet am Freitag in Innsbruck statt. (apa)

12.4.2005 14:52