Eishockey: Vienna Capitals holen Titel nach 43 Jahren wieder nach Wien!
- KAC hatte bei 2:6-Niederlage in Wien keine Chance
- "Heimfluch" in Finalserie eindrucksvoll beendet
Der Meistertitel in der Erste Bank Eishockey Liga geht erstmals seit 43 Jahren nach Wien. Die Vienna Capitals setzten sich am Dienstag im alles entscheidenden siebenten Spiel der "best of seven"-Finalserie gegen Rekordmeister KAC klar mit 6:2 (1:1,4:0,1:1) durch und beendeten damit den viel zitierten "Heimfluch". Zuvor hatte in sechs Finalpartien stets das Auswärtsteam triumphiert. Bei den Capitals machte sich die besondere "Vorbereitung" bezahlt: Erstmals traten die Wiener auch in einer Heimpartie mit ihren gelben Auswärtsdressen an - mit Erfolg.
Vorjahreschampion KAC ging zwar in einem ausgeglichenen ersten Drittel durch Welser per Rebound in Führung (15.), doch die Freude des KAC währte nur 35 Sekunden. Dann glich nämlich Capitals-Kapitän Dieter Kalt, der ebenfalls einen Abpraller nach Kasper-Schuss verwertete, aus. Beide Teams neutralisierten sich weitgehend, zeigten aber wie in der gesamten Finalserie hochklassiges Eishockey.
Der KAC startete danach stark ins Mitteldrittel, brachte sich aber selbst auf die Verliererstraße. Chyzowski nutzte einen schweren Abwehrfehler der Kärntner zum 2:1, ehe KAC-Verteidiger Siklenka 28 Sekunden später den völlig freien Latusa foulte. Den fälligen Penalty verwandelte der Slowene Ivo Jan, der extra für das alles entscheidende Finalspiel an Stelle des verletzten Bob Wren verpflichtet worden war, in souveräner Manier und verdoppelte damit die Führung. Für die Vorentscheidung sorgten noch im Mitteldrittel Baumgartner (29.) und Kalt (34.) im Überzahlspiel fünf gegen drei.
Im Schlussabschnitt versuchten die Klagenfurter mit dem Mute der Verzweiflung zwar noch einmal alles, rochen nach dem 2:5 durch Iob, der seinen vierten Treffer in der Finalserie erzielte (49.), noch einmal Lunte. Als Comeback-Goalie Verner bereits vom Eis war, versetzte Werenka dem KAC jedoch per "empty net" den Gnadenstoß und die Capitals in Freudentaumel (56.). Es folgte ein Vorgeschmack auf die große Meisterfeier am Mittwoch ab 17:00 vor dem Riesenrad im Prater.
Die Wiener strahlten nach dem ersten Titel in der erst vierjährigen Vereinsgeschichte mit 4.500 enthusiastischen Zuschauern in der ausverkauften Wiener Albert-Schultz-Halle sowie tausenden Fans, die das Spiel vor der Arena auf einer Videowall verfolgt hatten, um die Wette. "So etwas hat man lange nicht gesehen", hallte es im Schlussdrittel durch die WM-Halle von 1996. Seit 1962 (WEVg) hatte kein Team die Meistertrophäe in die Bundeshauptstadt geholt. Die Stimmung machte Lust auf mehr - die Eishockey-WM in Wien und Innsbruck beginnt ja bereits in etwas mehr als zwei Wochen.
Wien und Klagenfurt sahen eine würdige Finalserie, sieben Spiele auf hohem Niveau und mit den Capitals einen verdienten Sieger. Immerhin hatten die Wiener den Liga-Grunddurchgang nach Belieben dominiert. Doch just in den Endspielen wollte es zunächst auf heimischem Eis nicht so recht klappen. In der alles entscheidenden Partie fanden die Caps, die sich zuvor in der Finalserie auf Glanzleistungen ihres frankokanadischen Goalies Frederic Chabot hatten verlassen müssen, aber zu ihrer Offensiv-Stärke zurück und erzielten alleine drei Mal so viele Tore wie in den drei Heimpartien davor.
Siebentes Spiel der "best-of-seven"-Finalserie der Erste Bank Eishockey Liga
Vienna Capitals - KAC 6:2 (1:1,4:0,1:1).
Albert-Schultz-Halle, 4.500 Zuschauer (ausverkauft), SR Wohlgenannt.
Tore: Kalt (16., 34./PP), Chyzowski (24.), Jan (25./Penalty),
Baumgartner (29.), Werenka (56./empty net) bzw. Welser (15.), Iob
(49.)
(apa/red)
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