Sonntag, 17. April 2005

Heike Trammer: Wiener Gemeinderätin
in die Führungsriege des BZÖ gewählt

  • Über soziales Engagement zu den Freiheitlichen
  • Gebürtige Deutsche ist gelernte Krankenschwester

Über ihr soziales Engagement kam die gelernte Krankenschwester Heike Trammer zu den Freiheitlichen(44). Am Sonntag wurde sie in die Führungsriege des orangen "Bündnis Zukunft Österreich" (BZÖ) gewählt. Die gebürtige Deutsche hat gemeinsam mit der Wiener FPÖ-Politikerin Karin Landauer ab 1986 die Hilfsorganisation "Kleine Soziale Netze" aufgebaut. Seit 2001 sitzt Trammer im Wiener Gemeinderat - zuerst für die FPÖ und seit einigen Tagen als stellvertretende Klubchefin des Wiener BZÖ-Ablegers.

Heike Trammer wurde am 24. August 1960 in Hannover geboren. Am Ende ihrer Ausbildung zur diplomierten Krankenschwester lernte sie ihren ersten Mann kennen, ist zu ihm nach Österreich gezogen und bekam zwei Söhne. In einem Bezirksblatt hat sie dann von der geplanten Gründung eines Sozialhilfe- und Krankenpflegevereins der FPÖ gelesen. 1994 zog Trammer in den Bezirksrat des 22. Wiener Gemeindebezirks (Wien-Donaustadt) ein, 2001 folgte der Wechsel in den Gemeinderat.

In den vergangenen Wochen hat sie sich dann auf die Seite des BZÖ geschlagen. Erst am vergangenen Montag ist Trammer als stellvertretende Klubchefin des Wiener Orange-Ablegers "Bündnis Zukunft Wien" (BZW) präsentiert worden.

Als ihre wichtigen politischen Anliegen hat sie einmal den Schutz der Familie bezeichnet, aber auch den Heimatschutz. Auch sonst fühlt sie sich freiheitlichen Themen verpflichtet: Österreich habe so viele Traditionen, so unterschiedliche Dialekte, diese gelte es zu wahren. Daher sei eine restriktive Sicherheits- und Asylpolitik notwendig.

Ihr Verhältnis zum Wiener FPÖ-Obmann Heinz Christian Strache hat Trammer noch Ende Dezember als sehr gut bezeichnet. Heute sieht sie den Landesobmann anders und bezeichnet ihn als "politisch Pubertierenden, der nach seinem Weg sucht". Strache sei für sie eine "Zukunftshoffnung" gewesen, dann habe er sich von Ewald Stadler und Andreas Mölzer "vor den Karren spannen lassen", so die Mutter von zwei Kindern unlängst in einem Interview.

Die ideologischen Unterschiede zwischen FPÖ und BZÖ sind für Trammer "nicht sehr groß". In der Wiener FPÖ sei es ihr aber "zu eng" geworden. "Entsetzt" sei sie von Straches Slogan "Wien darf nicht Istanbul werden". Das von Haider 1993 initiierte Ausländervolksbegehren hält sie dagegen für richtig.

(apa/red)

17.4.2005 12:10