SPÖ-Festakt zum 60. Jahrestag: "Unser Haus Österreich hat Risse bekommen"
- Parteichef Gusenbauer drängt erneut auf Neuwahlen
- Wiederaufbau: Häupl würdigt Leistung der Gewerkschaft
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Mit einem Festakt im Wiener Rathaus hat die SPÖ am Freitagabend den 60. Jahrestag ihrer Wiedergründung gefeiert. Neben Lob für die Leistungen der Sozialdemokraten für den Aufstieg Österreichs gab es erwartungsgemäß auch heftige Kritik an der Regierung. "Unser Haus Österreich hat Risse bekommen", zeigte sich Parteichef Alfred Gusenbauer überzeugt. Seine Begründung: Derzeit gebe es fast 300.000 Arbeitslose, fast eine Million Menschen seien armutsgefährdet, zudem hätten die Menschen große Angst vor der Zukunft.
Der SPÖ-Chef drängte auch einmal mehr auf Neuwahlen. Die Mehrheit der Bevölkerung sei dafür, weil sie die Regierung nicht mehr für handlungsfähig halte, zeigte er sich überzeugt. Und diese Einschätzung sei "völlig richtig". Neuwahlen seien "alle Mal der bessere Weg als das Sesselkleben dieser Herrschaften in der Regierung".
Von Seiten der Regierung heiße es ständig, wir können uns dieses und jenes nicht mehr leisten. Die Frage sei aber nicht, was man sich leisten kann sondern was man sich leisten will. Und die SPÖ wolle sich Investitionen in die Zukunft und Jugend leisten. Österreich brauche wieder eine Marktwirtschaft mit sozialem Antlitz, den dieser "harte Neokonservatismus" sei für viele Menschen keine Lebensgrundlage.
Gusenbauer: SPÖ bringt Besseres
Und Gusenbauer gab auch gleich mehrere Versprechen ab. Österreich habe sich nicht nur Besseres verdient, mit der SPÖ in der Regierung werde sie es auch bekommen. Eine SPÖ-geführte Regierung werde "nicht ruhen, die Arbeitslosigkeit zu reduzieren". Sie trete ein für eine "exzellente Gesundheitsversorgung" für alle, "anständige Pensionen" oder auch beste Ausbildung für jedes Kind unabhängig von der Herkunft.
Die Geschichte von 60 Jahren SPÖ ist für Gusenbauer auch die Geschichte "des Aufstiegs der einfachen Leute und die Geschichte eines sozialen Österreich". Österreich sei vor allem durch die SPÖ zu einem modernen und weltoffenen Land geworden.
Häupl würdigt Leistung bei Wiederaufbau
Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl würdigte in seiner Rede auch den Beitrag des Gewerkschaftsbundes sowie der Länder, Städte und Gemeinden am Wiederaufbau Österreichs nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Gewerkschaftsbewegung habe mitgeholfen am Aufbau in den Betrieben. Und ohne die Einheit der Bundesländer hätte es keine Einheit Österreichs gegeben. Es seien auch die Gemeinden und Städte gewesen, die sich um die Organisation des täglichen Lebens gekümmert hätten.
Häupl verwies auch auf Europa als großes Friedensprojekt. Das heutige Europa sei eine gewaltige Leistung vor dem Hintergrund der Geschichte. Gleichzeitig dankte Häupl auch "allen Männern und Frauen, die sich in der SPÖ organisiert haben" und die Lebensumstände der Menschen wieder verbessert hätten. (apa/red)
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