Samstag, 23. April 2005

Bleckmann tritt dem orangen Bündnis bei: Weiterer Zuwachs für Haiders neues BZÖ

  • Vorgänge in OÖ haben den Kurswechsel beschleunigt
  • 'Unfreundliche Methoden': Per offenem Brief ausgetreten

Das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) bekommt weiteren Zuwachs aus den Reihen des Freiheitlichen Parlamentsklubs: Jetzt hat auch die frühere FPÖ-Generalsekretärin Magda Bleckmann (36) ihren Beitritt zum orangen Bündnis bekannt gegeben. Erst vor gut einer Woche war sie per offenem Brief aus der FPÖ ausgetreten. Dass sie jetzt dem BZÖ beitritt, begründete sie u.a. mit den Vorgängen in Oberösterreich, wo man eine Landesgruppe nicht selbst entscheiden lassen wolle.

"Es ist mir nicht leicht gefallen", so die frühere steirische Landesrätin. "Programm, Inhalte, aber auch die personelle Aufstellung der Führungsspitze des BZÖ" hätten sie letztlich aber überzeugt. Das BZÖ kümmere sich um die Sorgen und Probleme der Menschen. Bleckmann: "Die Schaffung von Arbeitsplätzen, eine verantwortungsvolle Wirtschaftspolitik und eine engagierte Sozial- und Familienpolitik sind Schwerpunkte die ich voll und ganz unterstütze."

Zur Unterscheidung zwischen FPÖ und BZÖ meinte Bleckmann, das Programm der FPÖ sei ja gleich geblieben. Es fehle jetzt aber eine "gewisse Breite", die es früher sehr wohl gegeben hätte. "Ich glaube, dass eine Partei eine gewisse Breite haben muss. Und das ist beim BZÖ gegeben, bei der FPÖ nicht mehr. Vom Programm her würd's noch gehen. Von den Personen nicht mehr."

Per offenem Brief aus FPÖ ausgetreten
Nach der Abspaltung des BZÖ hatte Bleckmann vorerst abgewartet. Vor einer Woche hat sie sich dann mit einem offenen Brief zu Wort gemeldet: Sie sprach von "unfreundlichen Methoden" ihrer "werten ehemaligen Parteifreunde". So sei ihr Handy einfach abgemeldet worden. Der FPÖ stellte sie in dem Schreiben eine düstere Prognose: "Wer sich nur mehr mit der Vergangenheit beschäftigt und Freunde vergrault, anstatt positiv in die Zukunft zu blicken, wird auch keine Zukunft haben."

Magda Bleckmann wurde am 5. Juni 1968 in Graz geboren. Ihr Elternhaus gehört zur traditionsreichen Industriellenfamilie Bleckmann, konservativ und deutschnational. 1991 wurde sie erstmals in den steirischen Landtag gewählt. Ab 1995 bekleidete sie die Funktion einer Pressesprecherin des damaligen Landes-Chefs und späteren Infrastrukturministers Michael Schmid. 1996 wurde sie von ihrer Fraktion zur geschäftsführenden Klubobfrau gekürt. Im Februar 2000 avancierte Bleckmann dann nach dem Abgang Schmids in die Bundesregierung zur Landesrätin.

Private Tragödie überschattet Polit-Karriere
Im Mai 2000 folgte für die damals schwangere Politikerin eine private Tragödie: Ihr Mann Alexander Jost wurde bei einem Banküberfall erschossen. Als Spitzenkandidatin für die Landtagswahl im Herbst 2000 wurde ihr in der Folge Theresia Zierler vorgezogen, nach dem verlorenen Urnengang machte Bleckmann als einfache Landtagsabgeordnete weiter.

Im Herbst 2002 folgte dann der Wechsel in den Nationalrat, im Frühjahr 2003 wurde sie Generalsekretärin der FPÖ. Im Juni des Vorjahres hat sie dieses Amt dann wieder aufgegeben: Bleckmann erwartete zu diesem Zeitpubnkt ihr zweites Kind, Vater ist der ÖVP-Abgeordnete Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch. (apa/red)

23.4.2005 11:36