Dienstag, 12. April 2005

Österreicher gegen Schüssel-Kurs: 57% fordern nach Spaltung der FPÖ Neuwahlen!

  • 70 Prozent halten Haider nicht für 'konstruktiven Politiker'
  • PLUS Online-Umfrage: Sind Sie auch für Neuwahlen?

Enttäuscht über die Spaltung der kleinen Regierungspartei einerseits und vom designierten Chef des von der FPÖ abgespaltenen BZÖ, Jörg Haider, andererseits zeigt sich der Dritte Nationalratspräsident Thomas Prinzhorn (F). In der "Presse" bezeichnet Prinzhorn den ehemaligen FPÖ-Chef als "Mann ohne Handschlagqualität. Mein Herz gehört nicht Jörg Haider". Und "ich habe mit der BZÖ nichts zu tun", denn "ich bin erstens als FPÖ-Mandatar gewählt und zweitens Dritter Nationalratspräsident".

FPÖ/BZÖ - Prinzhorn: Haider ein "Mann ohne Handschlagqualität"

Utl.: Dritter NR-Präsident in der "Presse": "Habe mit dem BZÖ nichts
zu tun" - =



Er werde diese Aufgabe bis zum Ende der Legislaturperiode erfüllen. "Was danach kommt, ist mir egal, denn ich trete sicher nicht wieder an - niemals", so Prinzhorn. Die gesamte Entwicklung der Freiheitlichen hält er für "sehr amüsant". Zur Spaltung der FPÖ merkt er an, "es hätte ja schon im August 2002 sein sollen, da wollte Haider mit den Nationalen putschen, was mit Knittelfeld und dem Abgang vieler Liberaler aus der Partei geendet hat. Jetzt spalten sich die Nationalen von ihm ab". Sein Herz gehöre jedenfalls den Liberalen und nicht den Nationalen. Warum er dann gegen den Parteiausschluss des freiheitlichen EU-Abgeordneten Andreas Mölzer gestimmt habe? - Prinzhorn: "Aus einem einzigen Grund - weil die Art und Weise, wie das abgelaufen ist, unmöglich war".

Überzeugt ist Prinzhorn davon, dass es keine vorzeitigen Neuwahlen geben wird. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) und Haider sowie die Rest-FPÖ müssten fürchten, bei einer Wahl zu verlieren. "Die Leute haben genug vom Schmähführen und wollen eine neue Art der Politik". Das schwarz-grüne Bündnis in Oberösterreich funktioniere "sehr gut. Viele sagen, warum probieren wir das nicht auf Bundesebene?"

Prinzhorn schließt nicht aus, dass Schüssel wieder "mit dem BZÖ oder sogar mit BZÖ und FPÖ koaliert", wenn er damit die Mehrheit hat. Haider dürfte, egal wie die nächste Wahl ausgeht, auf jeden Fall im Mittelpunkt stehen. "Gewinnen sie, ist er der strahlende Held. Verlieren sie, ist es sein Desaster". (apa/red)

12.4.2005 19:19