Petrus als Nachfolger von Jesus: 1. Papst der katholischen Kirche starb Märtyrertod
- Aus dem Fischer Simon wurde der "Fels", auf dem Jesus seine Kirche baute
Simon Petrus, der als Nachfolger von Jesus Christus der erste Papst der katholischen Kirche war, ist eine der dominanten Figuren im Neuen Testament. Tatsächlich sind aber viele Daten aus dem Leben des Fischers, der als Märtyrer in Rom starb, wissenschaftlich nicht eindeutig gesichert.
Seine hervorragende Bedeutung für die katholische Kirche erhielt Petrus nicht nur durch die ihm zugeschriebene Autorenschaft mehrerer Bücher des Neuen Testaments, sondern vor allem durch die Lehre von der apostolischen Nachfolge, der zufolge alle Bischöfe von Rom, also alle Päpste, direkte Nachfolger des Petrus sind. Die Ostkirchen bestritten seit jeher die Oberhoheit des römischen Bischofs. Auch die protestantische Reformation lehnte es ab, das Papsttum in dieser Form anzuerkennen.
Petrus mit Kopf nach unten gekreuzigt
Auf die Welt kam Petrus zirka ein Jahr nach Jesus Christus in Bethsaida am See Genezareth. Auch im Hinblick auf sein Sterbedatum können sich Historiker nicht genau festlegen: Es dürfte zwischen 64 und 67 n. Chr. liegen. Der Kirchengeschichte zufolge wurde Petrus in Rom mit dem Kopf nach unten gekreuzigt. Dies geschah, weil er sich nicht würdig genug fühlte, in der gleichen Körperhaltung wie Jesus Christus am Kreuz zu sterben.
Die meisten Informationen zu seiner Person finden sich in den Evangelien. So ist bekannt, dass der Fischer Simon, der mit seiner Frau in Kapharnaum lebte, gemeinsam mit seinem Bruder Andreas von Jesus in dessen Jüngergruppe berufen wurde (Markus 1,16-18). Auf dem See Genezareth zeigte sich Petrus' Glaube einerseits als enthusiastisch, andererseits als nicht unerschütterlich genug: Er wollte dem auf dem Wasser gehenden Jesus folgen, bekam aber Angst und drohte zu ertrinken; nach seiner Rettung bekannte er mit einem Kniefall: "Du bist in Wahrheit Gottes Sohn" (Matthäus 14,28-32).
Zeuge der Auferstehung Jesu
Seine Sonderstellung unter den Aposteln zeigte sich immer wieder. So war er auch gemeinsam mit Johannes und Jakobus bei der Verklärung Jesu zugegen (Matthäus 17,1-8). Hervorgehoben wird Petrus auch bei der Fußwaschung, als er sich nicht würdig fühlte, sich von Jesus die Füße waschen zu lassen (Johannes 13,5-10). Kurz nach Jesu Verhaftung zeigt die Bibel Petrus von seiner menschlichsten Seite, voller Zweifel und Ängste: Er verleugnete Jesus drei Mal, "noch ehe der Hahn kräht(e)" (Markus 14,66-72). Petrus gehörte aber auch - gemeinsam mit Maria Magdalena und Johannes - zu den ersten Zeugen der Auferstehung Jesu (Lukas 24,34; 1.Korintherbrief 15,5).
Seine Mission als künftiger Kirchenführer wird deutlich, als Petrus beim Fischzug von Jesus als "Menschenfischer" bezeichnet wurde (Lukas 5,10). Jesus nannte ihn auch "Fels" (griechisch: "petros"), auf dem er seine Kirche bauen wolle (Matthäus 16,16-19).
Konflikt mit Paulus über Missionierung
Dass es schon in der Urkirche zu großen Meinungsverschiedenheiten über den einzuschlagenden Kurs kam, beweisen die Ausführungen zum Konflikt mit Paulus über die Missionierung bei Juden und Heiden. Dieser Streit wurde beim Apostelkonzil ausgeglichen (Apostelgeschichte 15). Petrus hatte zusammen mit Jakobus die Führung der Gemeinden in Jerusalem inne und begründete die christliche Mission, er wird in allen neutestamentlichen Apostelkatalogen an erster Stelle genannt. Nach der "Legenda Aurea" war Petrus beim Tod wie auch bei der Himmelfahrt von Maria, Jesu Mutter, anwesend.
Später reiste Petrus nach Rom und wirkte dort als Leiter der Gemeinde. Der Überlieferung zufolge ließ Kaiser Nero Petrus und Paulus ins Gefängnis werfen. Petrus konnte aber fliehen und sich so vorerst seiner Hinrichtung entziehen. Der Legende zufolge begegnete er aber vor den Toren Roms Christus und stellte diesem die berühmte Frage: "Quo vadis, Domine?" (Wohin gehst du, Herr?) Als Christus antwortete, er gehe nach Rom, um sich an seiner Stelle noch einmal kreuzigen zu lassen, bedauerte Petrus seine Flucht und beschloss, nach Rom zurückzukehren und sich in sein Schicksal zu begeben. Der Leichnam wurde laut einer Überlieferung an jener Stelle beigesetzt, wo sich heute der Altar des Petersdomes befindet. (apa/red)
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