Gläubige müssen noch warten: Grab des Papstes frühestens ab Mittwoch zugänglich
- Grund der Verzögerung für Öffnung der Krypta unklar
- Polen: Satire-Blatt zieht Vergleiche mit Stalin-Tod
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Das Grab von Papst Johannes Paul II. in den Grotten unter dem Petersdom in Rom kann frühestens vom nächsten Mittwoch an von Gläubigen besucht werden. Das berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa nach einer Sitzung der Kardinäle am Montag. Zunächst hatte es geheißen, die Krypta sei von Montag an wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.
Warum sich der Vatikan zu dieser Verzögerung entschlossen hat, blieb unklar. Inoffiziell hieß es, man wolle einen zu großen Andrang in den engen Grotten vermeiden.
Chef von polnischem Satireblatt wettert gegen Johannes Paul
Während Millionen von Polen um den toten Papst trauern, hat sich der Herausgeber der polnischen Satirezeitung "Nie" am Montag mit einem vernichtenden Pamphlet gegen Johannes Paul II. an die Öffentlichkeit gewagt. Jerzy Urban, der frühere Sprecher der kommunistischen Regierung Polens, verurteilte in einem Artikel für sein Blatt die "totale Trauer", die in seinem Land auf den Tod des katholischen Kirchenoberhauptes folgte. Urban verglich diese mit der von oben angeordneten Trauer nach dem Tod des sowjetischen Diktators Joseph Stalin 1953.
Johannes Paul II. habe "die westliche Welt unter Druck gesetzt", damit sie die Hilfe zur Geburtenkontrolle in den ärmsten Ländern reduziere, schrieb Urban, der schon im Jänner wegen "Beleidigung des Papstes" zur Zahlung einer Geldstrafe verurteilt worden war. Der Papst sei somit "verantwortlich für das Fortdauern von Hunger und Leid". "Indem er den Kondomen den Krieg erklärte, behinderte der Papst den Kampf gegen Aids in Afrika", schrieb Urban. "Aber, zum Glück für ihn, können die Opfer dieser Politik der Kirche niemals gezählt werden, so wie man die von anderen Führern verursachten Opfer zählt." Der Papst habe "seine Schäflein nicht zum Nachdenken angehalten und nie etwas Originelles oder Interessantes gesagt", wetterte Urban weiter: "Johannes Paul II. zählte nicht zur intellektuellen Elite Polens."
(apa/red)
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