Erster Besuch seit vier Jahren: Musharraf und Singh betonen Friedenswillen
- Friede zwischen Pakistan und Indien "Schritt für Schritt"
Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf und der indische Ministerpräsident Mamohan Singh haben bei einem Treffen in Neu Delhi ihren Wunsch nach Frieden zwischen den beiden Nachbarstaaten bekräftigt. Die Reise zum Frieden könne zwar nur Schritt für Schritt gelingen, "aber der Weg muss eingeschlagen werden", sagte Singh, als er Musharraf am Samstag zum Abendessen empfing. "Herr Präsident, lassen Sie uns auf diesem Weg gemeinsam reisen, um unsere gemeinsame Vision der Zukunft zu verwirklichen."
Musharraf hatte zuvor bereits vor Journalisten erklärt, er sei mit einer Botschaft von Frieden und Einigkeit gekommen. Auf dem Programm seines dreitägigen Besuchs stehen neben mehreren Gesprächen mit Singh auch der Besuch eines Spiels der Cricket-Mannschaften beider Länder. Darüber hinaus will Musharraf mit Politikern in der zwischen beiden Staaten umstrittenen Kaschmir-Region zusammentreffen.
Indien und Pakistan stehen unter internationalem Druck, ihre Differenzen friedlich zu lösen. Zuletzt war Musharraf 2001 in dem Nachbarland. Ihm und dem damaligen indischen Regierungschef Atal Bihari Vajpayee gelang es dabei aber nicht, sich in der Kaschmir-Frage zu einigen.
Musharraf begann seinen Besuch am Samstag mit einem Abstecher in die Stadt Ajmer im westindischen Unionsstaat Rajasthan, wo er am Grabmal eines muslimischen Heiligen betete. Anstelle des traditionellen Geschenks eines Schwerts erhielt Musharraf an dem Schrein einen Strauß Blumen als Zeichen der Unterstützung des Friedensprozesses. Er habe gebetet, dass alle Differenzen zwischen beiden Staaten gelöst würden und wieder Frieden einkehre, sagte er. Er sehe den Gesprächen mit der indischen Führung optimistisch entgegen.
Der Status der Region Kaschmir ist seit der Unabhängigkeit Indiens und Pakistans von Großbritannien im Jahr 1947 strittig. Beide Länder führten zwei Kriege um Kaschmir. Im indischen Teil der Himalaya-Region kämpfen zahlreiche Gruppen für die Unabhängigkeit oder den Anschluss der Provinz an Pakistan. Die Gefechte zwischen Rebellen und indischen Soldaten kosteten in den vergangenen 15 Jahren mehr als 66.0000 Menschen das Leben. Indien wirft Pakistan vor, die Rebellen militärisch zu unterstützen. Islamabad hat den Vorwurf zurückgewiesen. Atomtests beider Staaten 1998 nährten international die Sorge vor einer weiteren Eskalation des Konflikts. Seit dem vergangenen Jahr stehen Indien und Pakistan in einem Dialog, der die Beilegung aller Differenzen zum Ziel hat.(apa/red)
