Samstag, 16. April 2005

Regierungsberichte in USA: Flughäfen nicht sicherer als vor dem 11. September!

  • Kontrollen an Sicherheitsschleusen weiter mangelhaft

Die Kontrollen an den US-Flughäfen sind trotz Milliardeninvestitionen nicht besser als vor den Anschlägen vom 11. September 2001, wie aus zwei Regierungsberichten hervorgeht. Die Untersuchungen des Kongresses und des Heimatschutzministeriums sollen in Kürze veröffentlicht werden. "Da werden viele Leute schockiert sein", sagte der republikanische Abgeordnete John Mica der Nachrichtenagentur AP. Mica leitet den Luftfahrtausschuss des Repräsentantenhauses und wurde über den Inhalt der Berichte informiert.

Die Kontrollen an den Sicherheitsschleusen, die verhindern sollen, das gefährliche Gegenstände an Bord von Flugzeugen gelangen, sind demnach weiter mangelhaft. Sie seien jetzt nicht besser als vor den Anschlägen. Der demokratische Abgeordnete Peter DeFazio, der dem Luftfahrtausschuss ebenfalls angehört, äußerte sich besonders kritisch über die auf den Flughäfen eingesetzten Röntgengeräte zur Durchleuchtung des Gepäcks. Viel bessere Geräte würden bereits im Weißen Haus und im Kapitol eingesetzt.

Zur Verbesserung der Kontrollen wurden Anfang 2002 an rund 450 Flughäfen insgesamt 45.000 Beschäftigte eingestellt. Bereits vor einem Jahr hatte der damalige Generalinspekteur der Behörde für Heimatsicherheit, Clark Ervin, von Mängeln berichtet. Die Leistung sowohl der Kontrolleure der Verkehrssicherheitsbehörde (TSA) als auch der Angestellten von Privatfirmen sei "gleichgeblieben, und das bedeutet: gleich schlecht". Die Kontrolleure werden von verdeckten Ermittlern getestet, die versuchen, Bomben- und Waffenattrappen durch die Sicherheitsschleusen zu schmuggeln.

Auf US-Flughäfen werden jeden Monat etwa eine halbe Million Gegenstände von Fluggästen eingezogen, darunter 160.000 Messer, 2.000 Teppichmesser und 70 Schusswaffen. (apa)

16.4.2005 09:47