Sonntag, 17. April 2005

Zehntausende Demonstranten auf Straßen:
Antijapanische Proteste in China fortgesetzt

  • Attacke auf japanisches Konsulat mit roter Farbe
  • Japanischer Außenminister besucht heute Peking

Kurz vor dem Besuch des japanischen Außenministers Nobutaka Machimura in Peking hat es in China wieder antijapanische Proteste gegeben. In der Industriestadt Shenyang im Nordosten des Landes gingen tausende Menschen auf die Straße. Machimura war bereits auf dem Weg nach China. Er hatte scharfen Protest gegen die Ausschreitungen der vergangenen Tage angekündigt.

Bei den erneuten antijapanischen Ausschreitungen haben Demonstranten das japanische Konsulat in Shenyang attackiert. Das Gebäude sei mit roter Farbe und Steinen beworfen worden, sagte ein Konsularbeamter der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag. Rund 60 Demonstranten hätten sich nahe der diplomatischen Vertretung versammelt, aber Einsatzkräfte der Polizei hinderten sie daran, näher an das Tor zu kommen. In Sprechchören lehne die Menge den von Japan angestrebten Platz im Sicherheitstrat der Vereinten Nationen ab. Vor einem japanischen Supermarkt demonstrierten einem Konsulatssprecher zufolge etwa zehntausend Menschen.

Am Samstag hatten erneut mehrere tausend Menschen teils gewaltsam gegen Japan demonstriert. In der Wirtschaftsmetropole Shanghai zogen mehr als 10.000 Menschen durch die Stadt. Die aufgebrachte Menge bewarf das japanische Konsulat mit Steinen, Tomaten und Flaschen. Anlass der Demonstrationen ist die Entscheidung Tokios, ein Schulbuch zuzulassen, in dem die japanischen Kriegsverbrechen in Asien vor und während des Zweiten Weltkriegs verharmlost werden. (apa)

17.4.2005 07:41