Slowakei: Im ganzen Land muss die
Mathematik-Matura wiederholt werden!
- Schüler erhielten mit Prüfungsangaben auch Lösungen
- Die Opposition fordert Rücktritt des Bildungsministers
Alle diesjährigen Mathematik-Tests bei der Matura in der ganzen Slowakei müssen wiederholt werden. Das entschied Bildungsminister Martin Fronc, nachdem sich herausgestellt hatte, das in 114 Mittelschulen mehr als 1.500 Schüler bei der Prüfung Testbögen mit vorgezeichneten richtigen Antworten erhalten hatten. Die Matura wurde in der Slowakei heuer erstmals seit der Wende von zentraler Stelle koordiniert. Alle Maturanden mussten die gleichen Fragen beantworten.
Fronc kehrte eigens vorzeitig von einer Dienstreise aus Mexiko nach Preßburg zurück, um sich des Problems anzunehmen. Den Direktor des für die Matura zuständigen Zentralinstitutes für Pädagogik, Vladimir Repas, entließ er. Die Opposition forderte den Rücktritt des Bildungsministers.
Bürgerinitiativen hatten schon seit geraumer Zeit auf eine mangelhafte Vorbereitung der zentral koordinierten Reifeprüfung aufmerksam gemacht. Mit einer Klage beim Verfassungsgericht versuchten sie, die Neuordnung der Matura zu Fall zu bringen mit dem Argument, die Schüler seien zu spät über die neuen Bedingungen informiert worden. Die Klage wurde allerdings abgewiesen.
Die Schüler konnten zwischen drei Schwierigkeitsstufen wählen. Die irrtümlich ausgegebenen Testformulare betrafen die schwierigste A-Stufe.
(apa/red)
