Freitag, 15. April 2005

Einigung im Gaza-Streifen: Israelis wollen jetzt freiwillig ihre Armeewaffen abgeben

  • Währenddessen plant Sharon weitere Abzugsschritte
  • Schusswechsel auf Golan-Höhen. Mann festgenommen

Die israelischen Siedler im Gaza-Streifen haben sich am Freitag zur Rückgabe ihrer Waffen an die Armee bereit erklärt. "Wenn wir die Waffen zurückgeben müssen, werden wir sie zurückgeben", sagte Bürgermeister Avner Shimoni im Militärradio. Damit bezog er sich auf eine Erklärung von Verteidigungsminister Mofaz, der die Siedler am Donnerstag zu einer freiwilligen Entwaffnung aufgefordert hatte.

Israel will im Juli alle 21 Siedlungen im Gaza-Streifen und vier Siedlungen im Westjordanland räumen. Zahlreiche Siedler widersetzen sich dem Plan von Ministerpräsident Sharon. Die Behörden befürchten deshalb einen Ausbruch von Gewalt.

Sharon plant laut Pressebericht vom Freitag weitere Abzugsschritte. In den kommenden Monaten solle ein Plan umgesetzt werden, der die Aufgabe weiterer jüdischer Siedlungen im Westjordanland über das bisher bekannte Ausmaß hinaus vorsehe, berichtete die Tageszeitung "Yediot Ahronot". Vizepremier Ehud Olmert sagte dagegen im israelischen Rundfunk, ein solches Vorhaben gebe es nicht.

Israelische Soldaten haben auf den besetzten syrischen Golan-Höhen nach Angaben aus Sicherheitskreisen einen Bewaffneten aus Syrien nach einem Schusswechsel festgenommen. Der Mann habe den Grenzzaun überwunden und das Feuer auf einen israelischen Armeeposten eröffnet. Über Opfer wurde nichts bekannt. Die israelische Armee gab zunächst keine Stellungnahme ab.
(apa/red)

15.4.2005 09:49