Dienstag, 19. April 2005

Verheerender Hotelbrand in Paris: Feuer fordert mindestens 24 Tote - viele Verletzte

  • Leute sprangen in Panik aus Fenstern, Ursache unklar
  • Hotel vorwiegend von Ausländern und Kindern bewohnt

Bei einem Großbrand in einem offenbar völlig überbelegten Hotel mitten in Paris sind am Freitag 24 Menschen ums Leben gekommen, die Hälfte von ihnen Kinder. Bei den Opfern handelt es sich vor allem um Afrikaner, die von der Sozialverwaltung in dem Hotel untergebracht wurden. Die Feuerwehr rettete mehr als 50 Personen, von denen 11 schwer verletzt wurden.

Die Staatsanwaltschaft in Paris leitete Ermittlungen wegen Totschlags ein. Innenminister Dominique de Villepin sagte jedoch nach einer Besichtigung vor Ort, dass gegenwärtig alles auf einen Unglücksfall hindeute. Staatspräsident Jacques Chirac sprach von einer der schmerzlichsten Katastrophen in der Geschichte von Paris und forderte eine rasche Untersuchung.

Das Hotel hatte nur einen einzigen Ausgang und nur eine Treppe. Die Sicherheitsvorkehrungen waren nach Angaben von Feuerwehrsprecher Christophe Varennes aber erst im März überprüft worden. Allerdings war das Hotel nach Angaben der Behörden stark überbelegt. Laut Unterlagen der Polizei war die Herberge für 61 Gäste ausgelegt. Es waren jedoch 90 Personen untergebracht, wie die Behörden mitteilten.

Der Brand brach gegen 02.20 Uhr in dem Ein-Sterne-Hotel im 9. Bezirk (Arrondisement) in der Rue de Provence aus - vermutlich in einem Frühstücksraum im zweiten Stock. Dort wurden die Leichen von vier Afrikanern geborgen. In Windeseile erfassten die Flammen fast das ganze Gebäude. Die meisten Gäste wurden im Schlaf überrascht. Sieben Personen sprangen in Panik aus dem Fenster, einige von ihnen verletzten sich dabei tödlich. Die Feuerwehr konnte die Flammen nach etwa einer Stunde löschen, doch schwelte der Brand bis etwa 06.30 Uhr weiter. 258 Feuerwehrleute und 62 Fahrzeuge waren im Einsatz.

26 der 32 Zimmer des sechsstöckigen Hotel wurden vom Sozialamt der Stadt Paris zur Unterbringung von Familien aus Afrika genutzt. Die Verletzten stammten laut Polizeiangaben aus Frankreich, den USA, Portugal, Senegal, Tunesien, der Ukraine und von der Elfenbeinküste. Über die Nationalität der Todesopfer wurden zunächst keine Angaben gemacht. (apa/red)

19.4.2005 15:25