Donnerstag, 14. April 2005

Weiter Anti-Terror-Kampf in Deutschland: Großrazzia gegen mutmaßliche Geldgeber

  • Wohnungen, Firmen und Moscheen wurden durchsucht

In einer Großrazzia in sechs deutschen Bundesländern und in Belgien hat die Polizei am Donnerstag Beweise gegen mutmaßliche Finanziers islamistischer Terrorakte gesammelt. 26 Wohnungen und Firmen sowie fünf Moscheen wurden durchsucht, die meisten davon in München, sagte Einsatzleiter Jörg Beyser.

Ein tunesischer Terrorist, ein Ägypter, der Kontakte zu den Attentätern vom 11. September haben soll, und fünf weitere Männer wurden festgenommen. Die Polizei beschlagnahmte 50.000 Euro Bargeld, fast eine Million Kassetten und CDs mit Hasspredigten, Computer und Bankunterlagen.

Gegen die beiden Hauptverdächtigen, den 43-jährigen Tunesier Abdellatif T. und den 47 Jahre alten Ägypter Abdel-Raouf R., wird wegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung ermittelt. Jeder der beiden in München lebenden Männer soll islamistische Gruppen mit Geldern im hohen sechsstelligen Bereich unterstützt haben, führte Beyser aus.

Die beiden Verdächtigen hätten nichts miteinander zu tun, erläuterte Beyser. Die Durchsuchungen in den zwei Ermittlungsverfahren wurden parallel geführt, damit keiner der beiden vorzeitig vor einer Polizeiaktion gewarnt wurde. Ein mutmaßlicher Mittäter der beiden Hauptverdächtigen wurde festgenommen, außerdem vier Personen, die sich illegal in Deutschland aufhalten. (apa)

14.4.2005 19:33