Samstag, 16. April 2005

Tödliche Bilanz am Samstag: Mindestens 11 Tote nach mehreren Anschlägen im Irak

  • Mittlerweile stockende Regierungsbildung in Bagdad

Ein Ende der blutigen Anschläge im Irak ist weiterhin nicht in Sicht. Die tödliche Bilnaz am Samstag lautete mindestens elf Tote und fünf Verletzte.

Sieben Menschenleben forderte ein Anschlag in Bakuba. Unter den Opfern waren auch drei Polizisten. Fünf weitere Menschen wurden bei dem Anschlag auf ein Restaurant in der Nähe des Gerichtsgebäudes der Stadt verletzt, teilte ein Offizier der irakischen Armee mit.

In der Erdölstadt Kirkuk töteten Aufständische einen Polizisten und zwei Soldaten. Laut Angaben der Polizei feuerten die Angreifer aus Fahrzeugen auf die Sicherheitskräfte, die sich auf dem Weg zur Arbeit befanden.

Ein US-Soldat starb nach einem Angriff auf seinen Konvoi bei der nördlich von Bagdad gelegenen Ortschaft Taji. Ein zweiter Soldat erlag den Verletzungen, die er bei einem Angriff Aufständischer auf einen Militärstützpunkt der alliierten Truppen bei Tikrit am Freitag erlitten hatte. Seit Beginn des Krieges im März 2003 verloren mehr als 1.500 US-Soldaten im Irak ihr Leben.

Indes gelang am Samstag elf Gefangenen die Flucht aus einem Internierungslager der US-Armee. Zehn von ihnen konnten offenbar nach wenigen Stunden von der irakischen Polizei gefasst werden, wie ein US-Militärsprecher erklärte. Warum die Männer inhaftiert sind, sagte er nicht.

Bei zweitägigen Razzien in Mosul nahmen irakische und amerikanische Truppen 27 mutmaßliche Aufständische fest, wie die US-Armee mitteilte. Die irakische Polizei nahm zudem in einer Moschee einen Geistlichen einer einflussreichen sunnitischen Vereinigung moslemischer Geistlicher fest. Nach Polizeiangaben werden Dia'a al-Jewari Verbindungen zu Aufständischen vorgeworfen.

Keine Kandidaten für sunnitische Ministerposten
Die Bildung der neuen irakischen Regierung wird voraussichtlich nicht vor Ende kommender Woche abgeschlossen sein. Das größte Problem sei es, Kandidaten für die den Sunniten zugedachten Ministerposten zu finden, sagte der stellvertretende Parlamentspräsident Hussein al Shahrastani von der schiitischen Vereinigten Irakischen Allianz am Freitag in Bagdad. Der designierte Regierungschef Ibrahim Jaafari hatte bereits am Mittwoch betont, die Bildung einer neuen Regierung brauche "eine gewisse Zeit".(apa/red)

16.4.2005 19:33