Streit um Gaza-Abzug: Ariel Sharon will Ausbruch eines Bürgerkrieges verhindern
- Meisten Gebäude im Gazastreifen sollen intakt bleiben
- Siedler horten für Widerstand jede Menge Lebensmittel
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Israels Regierungschef Ariel Sharon hat sich entschlossen gezeigt, einen möglichen Bürgerkrieg in seinem Land wegen des Streits um den Abzug aus dem Gazastreifen zu verhindern. Die Atmosphäre in Israel sei derzeit wie vor einem Bürgerkrieg, sagte Sharon am Mittwoch (Ortszeit) im US-Fernsehsender CNN. Aber er werde alles Notwendige unternehmen, um das zu vermeiden. Israelische Extremisten lehnen die Räumung der jüdischen Siedlungen im Gazastreifen entschieden ab und haben mit Widerstand gedroht.
Israel will die meisten Gebäude der Siedlungen im Gazastreifen bei dem bevorstehenden Abzug intakt lassen, sagte Sharon. Dies hänge aber auch von der Koordination des Abzugs mit den Palästinensern ab. Bisher sei dies wegen der Uneinigkeit bei den Palästinensern nicht möglich gewesen. Israel will im Juli 21 Siedlungen im Gazastreifen und vier im Westjordanland räumen.
Synagogen und Friedhöfe sollten nach Israel verlegt werden, aber die Gebäude der Siedlungen sollten auf jeden Fall intakt bleiben, sagte Sharon. Der palästinensische Außenminister Nasser al Kidwa beklagte im selben Sender, Israel habe bisher keinerlei Informationen über die Siedlungen an die Palästinenser weitergegeben.
Anwälte sollen verhandeln
Jüdische Siedler im Gazastreifen haben Anwälte benannt, die in ihrem Namen mit der israelischen Regierung über die geplante Räumung ihrer Siedlungen verhandeln sollen. Das ist der bisher deutlichste Hinweis darauf, dass die Siedler sich mit dem für den Sommer vorgesehenen Rückzug arrangieren könnten.
Nach einer hitzigen Debatte im Regionalrat des Gazastreifens am Mittwochabend entschieden sie, dass rund 100 Anwälte mit der Regierung über eine Umsiedlung nach Nitzanim beraten sollen, wie am Donnerstag bekannt wurde. Bürgermeister Avner Shimoni sagte dem israelischen Radio, die Anwälte sollten Änderungen an dem Räumungsgesetz durchbringen. Doch habe der Rat auch beschlossen, den Kampf gegen die "Vertreibung" fortzusetzen.
Viele Siedler lehnen den Abzug aus dem Gazastreifen aber vehement ab. Sie horten inzwischen für ihren Widerstand Zelte und Lebensmittel, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AP beobachten konnte. Die Siedler erwarten demnach in den kommenden Tagen tausende Unterstützer, die ihnen beim Widerstand gegen die Räumungen helfen wollen. Hunderte Zelte, Schlafsäcke und Dosen mit Lebensmitteln werden in Gewächshäusern im Gazastreifen gelagert. (apa)
