Schlag gegen internationalen Drogenring: Exekutive stellt 110 Kilo Heroin sicher
- Polizeieinheiten aus 15 Staaten verhaften 23 Personen
- Kooperation zwischen Österreich, Deutschland & Türkei
Einen schweren Schlag haben jetzt internationale Drogenfahnder einer türkischen Heroinhändlerbande versetzt. Nach mehrmonatigen Ermittlungen haben die Beamten insgesamt 110 Kilogramm der Droge beschlagnahmt, allein 95 Kilo bei einem Zugriff in Izmir im Dezember 2004. Laut Bundeskriminalamt (BK) wurden 23 Personen festgenommen, Polizeieinheiten aus 15 Staaten - vor allem aus Österreich, Deutschland und der Türkei - waren beteiligt.
Ausgangspunkt der Ermittlungen waren Informationen, wonach sich eine Tätergruppe mit dem Schmuggel von Heroin aus der Türkei nach Westeuropa beschäftige und sich dabei türkisch-stämmiger Personen bediene, die in Österreich und Deutschland wohnen. Im Dezember des Vorjahres wurden die Ermittlungen gestartet.
Man habe nach Hinweisen aus der Türkei in internationaler Kooperation einen relativ guten Überblick über die handelnden Personen bekommen, sagte Erich Zwettler vom Bundeskriminalamt. Das habe die Gestaltung der operativen Maßnahmen ermöglicht. Bei der Bande handle es sich um eine von vielen derartigen Gruppierungen in der Türkei.
Steyrer agierte als Kurier
In Österreich hielt sich einer der professionellen Kuriere der Bande auf. Bei ihm handelt es sich um einen 1948 geborenen Mann, der in Steyr wohnte. Der Verdächtige unternahm mehrere Reisen in die Türkei, bei diesen Gelegenheiten entdeckten die Behörden regelmäßig größere Geldbeträge bei ihm. In Österreich war er aber nicht sozialversichert, das erregte das Interesse der Exekutive an ihm zusätzlich.
Zwettler zufolge dürfte der Steyrer mehrfach nach Hamburg geflogen sein, um dort Drogengelder anzunehmen und in die Türkei zu bringen. Am Rückweg hatte er dann Suchtgift bei sich. Er wurde am 25. Februar am Flughafen Istanbul mit fünf Kilogramm Heroin verhaftet. Auch sein Empfänger in Frankfurt am Main wurde mit einer kleineren Drogenmenge verhaftet. Seine Einvernahme brachte bisher keine neuen Erkenntnisse. An den Ermittlungen in Österreich war neben dem Bundeskriminalamt auch die Wiener Kriminaldirektion 1 beteiligt.
Deutschland als Logistik-Zentrale
Deutschland dürfte für die Bande eine Art Logistik-Zentrum gewesen sein. Zwei Zentren gelten derzeit für die Ermittler als gesichert - Hamburg und Frankfurt am Main. Von Deutschland aus wurde das Heroin weiter in andere Staaten Nord-, West- und Südeuropas verteilt. In Deutschland wurden laut Zwettler acht bis neun Verdächtige verhaftet.
Internationalen Agenturberichten zufolge setzten die Fahnder bei den Ermittlungen auch das Mittel der "Kontrollierten Lieferung" ein. Über 3.800 Kilometer wurde ein Suchtgifttransport von der Türkei bis nach Deutschland verfolgt, am 4. Februar schlug die Polizei in Frankfurt bei der Übergabe an die Abnehmer zu und stellte neun Kilo sicher. Bei dem Aufgriff der 95 Kilogramm Heroin in Izmir im Dezember des Vorjahres wurden allein fünf Personen verhaftet.
Mittwoch und Donnerstag wird die Aktion bei einem Treffen im deutschen Bundeskriminalamt in Wiesbaden nachbereitet. Zudem wird beraten, wie die Aktion weitergeführt werden kann.
(apa)
