Australien: Politiker fordert Krötenplage
per Golfschläger ein Ende zu machen
- Aga-Kröten sind höchst giftig und ein großes Problem
- Tierschützer warnen vor Gewaltwelle gegen alle Tiere
Mit ungewöhnlichen Vorschlägen zum Vorgehen gegen eine Krötenplage im Norden Australiens hat ein australischer Abgeordneter am Montag für Empörung unter Tierschützern gesorgt. David Tollner, Mitglied der Liberalen Partei von Regierungschef John Howard, schlug vor, die giftige Aga-Kröte mit Cricket- oder Golfschlägern niederzustrecken. Je wirkungsvoller die Methode sei, desto eher könne die Bevölkerung für den Kampf gegen die Krötenplage gewonnen werden, von der vor allem die Provinz Northern Territory an der Nordküste betroffen ist. Die Methode habe er bereits in seiner Kindheit angewandt, fügte er hinzu.
Fiona Cummins von der Tierschutzorganisation RSPCA warnte davor, dass künftig mit Stöcken und Schlägern ausgerüstete Kinder durch Gärten zögen und über jedes Tier herfielen, das ihnen in die Quere komme. So seien kürzlich Jugendliche in der Provinzhauptstadt Darwin gewaltsam gegen Fledermäuse vorgegangen, und es gebe Berichte über Gewaltanwendungen gegen kleine Katzen.
Die Aga-Kröten waren in den dreißiger Jahren in die Provinz Queensland im Nordosten eingeführt worden, um eine Käferplage auf den Zuckerrohrplantagen in den Griff zu bekommen. Sie breiteten sich schnell westwärts in das benachbarte Northern Territory aus. Inzwischen haben sie den Kakadu-Nationalpark und die Außenbezirke von Darwin erreicht; ihr Bestand geht in die Millionen und bedroht die heimische Tierwelt. Die Aga-Kröte hat Giftsäckchen auf ihrem Rücken eingelagert und ist so giftig, dass sogar Krokodile und Schlangen binnen Minuten sterben, wenn sie eine Kröte fressen.
(apa/red)
