Samstag, 16. April 2005

Skandal im Landesklinikum Mistelbach: Zwei Babys wurden nach Geburt vertauscht

  • "Du Mama. Auf dem Armband der Sonja steht 'Viktoria'"
  • Happy End: Mädchen sind wieder bei richtigen Müttern

Am Landesklinikum Mistelbach sind nach der Geburt zwei Babys vertauscht worden, berichtet der eine österreichische Tageszeitung in seiner Sonntag-Ausgabe. Inzwischen sei es längst zu einem Happy-End gekommen. Die Mädchen sind bei ihren - richtigen - Müttern.

Der Fall der an der Mistelbacher Säuglingsstation vertauschten Babys Viktoria und Sonja habe sich vor wenigen Wochen zugetragen, so der "Kurier". Niemand habe den Irrtum zunächst bemerkt. Der sei erst durch ein Schwesterl aufgeflogen. "Du, Mama. Auf dem Armband der Sonja steht Viktoria drauf", so die Tageszeitung über die Entdeckung im Hause Baris in Gänserndorf.

"Ich komme mit einem fremden Baby und möchte meines abholen", habe sich Mutter Michaela Baris daraufhin an das Krankenhaus Mitelbach gewandt. Dort hätten die Mitarbeiter zuerst an einen Scherz gedacht, der aber keiner war. Michaela Baris hatte tatsächlich die Tochter von Andrea Franner aus Hohenau a.d. March (Bezirk Gänserndorf) im Arm, so der "Kurier". Diese Mutter sei noch in der Klinik gelegen, um sich von der Geburt ihrer Tochter zu erholen.

Andrea Franner ist laut der Zeitung nicht aufgefallen, dass sie ein falsches Baby stillt: "Mich hat nur gewundert, warum die Viktoria plötzlich so viel trinkt. Das hat sie vorher nie getan." Michaela Baris, bereits vierfache Mutter, gibt sich nach dem Babytausch ebenfalls gelassen. "Wenn jemand das Armband von Viktorias Handgelenk abgeschnitten hätte, wären wir auf den Irrtum nie aufmerksam geworden. Na ja, jetzt sind die Babys wieder bei ihren richtigen Müttern, und das ist die Hauptsache."

Böse auf das Spital sind die Frauen nicht, so der "Kurier". Im Gegenteil: Schwestern und Pflegedirektor hätten sich mehrmals entschuldigt. "Das hat ja niemand absichtlich gemacht", zeigen Baris und Franner menschliche Größe. Pflegedirektor Josef Strobl ist nach wie vor fassungslos: "Wir wissen bis heute nicht, wie das passieren konnte. Wahrscheinlich sind die beiden Mädchen nach dem Füttern auf der Station in den falschen Babywagen gelegt worden, und niemand hat danach die Armbänder kontrolliert. Das ist uns noch nie passiert." Um eine Verwechslung künftig zu vermeiden, sind die Vorsichtsmaßnahmen in der Säuglingsstation laut der Zeitung weiter verschärft worden.(apa/red)

16.4.2005 19:01