Unfallort Spielplatz: Jährlich enden 6.600
Besuche mit schwerer Verletzung im Spital!
- Rauch-Kallat fordert: Mehr Sicherheit für unsere Kinder
- Experten: Öffentliche Anlagen meist sicherer als private
Herumtollen auf Spielplätzen endet jedes Jahr für tausende Kinder bitter: 9.000 unter 15-Jährige verletzten sich 2004 so schwer, dass sie ärztlich betreut werden mussten. Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat und das Institut "Sicher Leben" wollen für mehr Sicherheit sorgen: Eine Kampagne soll Kinder auf Gefahren aufmerksam machen. Bei der baulichen Sicherheit der meisten öffentlichen Spielplätze gebe es wenig zu kritisieren, so der Tenor einer Pressekonferenz am Freitag in Wien.
"Kinder brauchen Bewegung. Abenteuer können nicht 100-prozentig sicher sein", sagte die Ministerin. Durch strengere Normen sei die Qualität öffentlicher Spielplätze verbessert worden, so Institutsleiter Rupert Kisser. Meist würden Kinder im "Eifer des Gefechts" von der Schaukel fallen oder auf der Wippe das Gleichgewicht verlieren.
Mehr Probleme gebe es mit privaten Anlagen in Gärten: 3.600 von 6.600 jener jungen Unfallopfer, die sogar ins Spital mussten, kamen auf nicht öffentlichen Plätzen zu Schaden. Dort aufgestellte Spielgeräte würden oft nicht gewartet.
Die 6.600 Krankenhausaufenthalte nach Spielplatz-Unfällen sind nur ein kleiner Teil der Gesamtzahl schwerer Verletzungen beim Spielen, betonte Rauch-Kallat: 52.300 unter 15-Jährige landeten nach solchen Freizeitunfällen im Spital. 24.200 dieser Unglücke geschahen zu Hause, 28.100 außer Haus.
Im Rahmen der Informationskampagne "DrehundTrink-Spielplatzdetektive" sollen Kinder und Eltern die Sicherheit und den Spaßfaktor der Anlagen überprüfen. Den Eltern raten Rauch-Kallat und Kisser überdies, Mängel dem Betreiber zu melden.
Sicherheitscheck: Ein Spielplatz muss von der Straße abgegrenzt sein. Geräte sollten fest mit dem Untergrund verbunden sein, keine verrotteten Holzteile oder verrosteten Metallteile aufweisen, über splitterarme Oberflächen verfügen, keine scharfen Kanten und vorstehende Teile haben. Der Untergrund sollte aus dämpfendem Material bestehen. Bei Kletterseilen darf keine Schlingenbildung möglich sein. Der Ausstieg von Rutschen sollte getrennt von anderen Spielbereichen sein. Schaukeln so platzieren, dass ein Hineinlaufen von anderen Kindern vermieden wird.
Buben spielen wilder: 61 Prozent der jungen Krankenhauspatienten waren männlich. Die meisten Verunglückten - knapp die Hälfte - sind im Volksschulalter. Am häufigsten verletzen sich spielende Kinder bei Stürzen (64 Prozent). Fast jede zweite Blessur ist ein Knochenbruch (43 Prozent). Besonders betroffen sind die oberen Extremitäten (59 Prozent). Am meisten Unfälle passieren mit Schaukeln (59 Prozent).
(apa/red)
