"Österreich ist frei!" Ausstellung mit Staatsvertrag auf Schallaburg eröffnet
- LH Erwin Pröll: "Was drin steht, gehört uns - Freiheit"
- Kanzler Schüssel spricht von "bewegenden Tagen"
Am 15. April 1955 hatte Julius Raab auf dem Vöslauer Flugfeld bei seiner Rückkehr aus Russland verkündet: "Wir werden frei sein". Exakt 50 Jahre danach wurde am Freitag auf der Schallaburg die Staatsvertrag-Ausstellung "Österreich ist frei!" eröffnet, deren Prunkstück das in Russland aufbewahrte Originalexemplar des Staatsvertrages ist.
"Das Dokument wird wieder zurückgehen. Aber was drin steht, gehört uns - die Freiheit Österreichs", sagte Landeshauptmann Erwin Pröll. Pröll verwies darauf, dass das Staatsvertragsjubiläum (am 15. Mai) eine österreichische Angelegenheit sei. Es gebe aber bedeutende Gründe für die Schallaburg als Schauplatz dieser großen Ausstellung: In Niederösterreich waren die schwersten Kriegsschäden (betroffen waren 35 Prozent der Zivil- und 71 Prozent Industriebauten, Anm.) zu ertragen, weshalb das Bundesland wie kein zweites Freiheit und Unabhängigkeit ersehnt habe.
Mit Julius Raab und Leopold Figl haben zwei große Niederösterreicher maßgeblich um den Vertrag verhandelt, den Pröll als das wichtigste Dokument der jüngeren Geschichte bezeichnete - Endpunkt nach dem Zweiten Weltkrieg und zugleich Anfang für Aufbau, Demokratie, Wohlstand, Sicherheit und Freiheit.
Bundeskanzler Schüssel sprach von "bewegenden Tagen" im diesjährigen Jahr des Gedenkens. Dass Russland den Originalstaatsvertrag nach Österreich verliehen hat, sei einmalig in der Völkergeschichte. Schüssel erinnerte an die Millionen Opfer, die die Befreiung Europas von der Nazi-Herrschaft gefordert hat, ebenso an den Mut der Briten, den Widerstand in Frankreich und die finanzielle Unterstützung durch die amerikanische Marshall-Hilfe nach dem Krieg. Der Tod Stalins 1953 habe die Tür aufgestoßen - die Chance zur Freiheit wurde gut genutzt. (apa)
