Freitag, 15. April 2005

Österreicher von Hausärzten enttäuscht: 92 % wünschen sich mehr Behandlungszeit

  • Besonders Frauen sind mit Beratungszeit unzufrieden
  • Westösterreicher kritischer mit Ärzten als der Rest

Die Österreicher wünschen sich von ihren Hausärzten, dass sich diese mehr Zeit zum Untersuchen nehmen. Nach der subjektiven Einschätzung der Patienten nimmt sich ihr Arzt durchschnittlich jeweils 13 Minuten für sie Zeit. Das ist das am Freitag veröffentlichte Ergebnis einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes "market" im Auftrag der Merkur Versicherung AG.

Von den 500 im Februar repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 18 Jahre befragten Personen wünschten sich 92 Prozent, dass sich ihr Hausarzt ausreichend Zeit nimmt, um sie zu untersuchen. Dem stehen 76 Prozent gegenüber, die diesen Wunsch auch erfüllt sehen. Vor allem Frauen, Personen aus höheren Bildungsschichten und Personen, die am Land oder in kleinen beziehungsweise mittelgroßen Städten wohnen, sind mit dem Faktor Zeit nicht ganz zufrieden. Auch regionale Unterschiede stellten die Meinungsforscher fest: Die Westösterreicher bewerten, was die Zeit betrifft, ihren Hausarzt deutlich kritischer als der Rest Österreichs.

Gefragt wurde auch nach der subjektiven Einschätzung, wie lange sich der Arzt für die Behandlung Zeit nehme. 17 Prozent gaben an: Zehn Minuten. 36 Prozent sprachen von einer Zeitspanne zwischen elf und 20 Minuten, 34 Prozent von 21 bis 30 Minuten, acht Prozent von mehr als einer halben Stunde. "market" errechnete daraus einen Durchschnittswert von 13 Minuten.

Patienten mit Kompetenz zufrieden
Weniger groß sind die Unterschiede zwischen Wunsch und Wirklichkeit bei anderen Anforderungen der Patienten an ihre Hausärzte: So wünschen sich laut Umfrage 94 Prozent, dass ihr Hausarzt fachlich kompetent sei - was 84 Prozent auch erfüllt sehen. 92 Prozent erwarten sich, dass ihr Arzt ihnen zuhört - davon sind 84 Prozent überzeugt. 91 Prozent wollen über ihren Gesundheitszustand ausreichend informiert werden - für 81 Prozent ist das der Fall.

Für 71 Prozent sollte der Hausarzt auch über Gesundheitsvorsorgemaßnahmen informieren, was nach Angaben von 70 Prozent aller Befragten auch geschieht. 67 Prozent möchten die gewünschten Medikamente verschrieben bekommen - 65 Prozent sind dabei zufrieden gestellt. Dass der Hausarzt sich auch bei alternativen Heilmethoden auskennt und diese anwendet, ist der Wunsch von 52 Prozent, der 38 Prozent auch erfüllt wird.
(apa/red)

15.4.2005 09:12