Freitag, 15. April 2005

Negativer Rekord bei Spritpreisen: Liter Diesel kostet erstmals über 1 Euro

  • Benzin wurde wegen hohen Ölpreis um 4 Cent erhöht
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Kaum eine Woche vergeht, ohne dass die Spritpreise an Österreichs Tankstellen weiter nach oben klettern: In der Nacht auf Dienstag hob die OMV die Richtpreise für Benzin um vier Cent und für Diesel um drei Cent pro Liter bei ihren Selbstbedienungstankstellen kräftig angehoben. Begründet wurde der Schritt mit den hohen Preisen auf den internationalen Rohstoffmärkten. "Diesel war in Österreich noch nie in der Geschichte über 1 Euro und damit haben wir den absoluten Höchstpreisrekord", hält ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brugger-Brandau fest.

"Die Produktenpreise sind extrem hoch und steigen weiter. Österreich kann sich dem nicht entziehen", sagte OMV-Sprecher Thomas Huemer. Die Notierungen in Rotterdam, laut OMV Ausschlag gebend für die heimischen Spritpreise, seien bei Treibstoffprodukten in den letzten Wochen stark angestiegen, und der Trend gehe weiterhin nach oben.

Erst vergangene Woche hatte die OMV den Richtpreis für Benzin um drei Cent je Liter erhöht. Bei Diesel war der Richtpreis zuletzt vor Ostern um drei Cent pro Liter angehoben worden.

Nach der jetzigen Preiserhöhung kostet Benzin an den OMV- Selbsbedienungstankstellen nun maximal 1,054 Euro, Super 100 1,152 Euro, Super Plus 1,134 Euro, Super 1,074 Euro und Diesel 0,999 Euro je Liter.

Massive Kritik kam vom ÖAMTC. Bereits vier Preiserhöhungen habe es schon in diesem Jahr gegeben: bei Diesel um insgesamt zehn Cent, bei Benzin um zwölf Cent. "Nur diese Preiserhöhungen des heurigen Jahres kosten einen durchschnittlichen Autofahrer bereits über 100 Euro pro Jahr mehr, Vielfahrern wie zum Beispiel Pendler sogar rund das Doppelte", so der Autofahrerklub, der von einem negativen Rekord bei den Spritpreisen spricht.

Der ÖAMTC forderte die Mineralölwirtschaft auf, auf die außergewöhnliche Situation am Ölmarkt nicht "wie gewöhnlich" zu reagieren. Massive Preiserhöhungen hätten negative Folgen für den privaten Konsum und damit die gesamte Volkswirtschaft. Ertragszahlen der letzten Zeit hätten gezeigt, "dass ein Abwarten wirtschaftlich durchaus möglich wäre und nicht jede Preisbewegung am Ölmarkt sofort auf die Konsumenten.(apa/red)

15.4.2005 12:05