Exklusive Muster- Kollektion

Die Ausdauer, mit der er ehedem die Gegner auf der ATP-Tour und noch heute bei der Seniors Tour am Court in die schiere Verzweiflung treibt, wird er auf neuem Terrain brauchen. Genauso wie die unverzichtbare Kondition als Grundlinienspieler: Denn Österreichs Tennisidol Thomas Muster, 37, will die Heroen des Centre-
courts erneut das Fürchten lehren.
Dass genau diese hoch dekoriert in ehrbarem Alter stehen, macht die Aufgabe kaum leichter.
Match mit dem Krokodil. Denn Muster will nicht mehr und nicht weniger, als die Kollektionen der Wimbledon-Legenden René Lacoste und Fred Perry zu konkurrenzieren. Mit seiner Bekleidungsmarke Toms schlägt er zum Erstrundenmatch scharf auf: drei coole Linien (Sportswear, Classic und Tennis), neue Designer und als Renommee-Shop das altehrwürdige Kaufhaus Steffl in der Bundeshauptstadt. Der Steirer ist trotzdem als Geschäftsmann keinen Schlag weniger vorsichtig denn als Sportsman: Ich könnte jetzt in jeder Landeshauptstadt ein eigenes Geschäft eröffnen das wäre aber dann der klassische Weg in den Bankrott. Uns gibts zunächst nur im ausgesuchten Fachhandel in exklusiver Lage.
Beim Thema Wettkampf mit den Leiberln mit dem Krokodil reduziert Muster weiter die Schlagzahl: Die Marke Lacoste gibts seit über 70 Jahren, ich bin als Firma gerade ein Jahr alt. Mal sehen, wer in 69 Jahren noch von meiner Marke spricht.
Beim Anpreisen seiner Kollektion wird denn Muster plötzlich goschert wie ein gstandener Grazer Marktstandler und zückt als Trumpf-Ass den Preis: Meine Polos sind rund ein Drittel billiger als jene von Herrn Lacoste, tönt er und beeilt sich, die gleich gute Qualität herauszustreichen.
Vielseitig engagiert. Weil er aber mit der Produktion von hochwertigen Wirkwaren aller Art, so scheints, nicht ausgelastet ist, hat Muster in seiner Firma Toms Marketing GesmbH auch mit der Kelterung edler Tropfen begonnen. Toms Wein: Weißburgunder, Muskateller und Sauvignon, zusammen mit dem Winzer Manfred Temment gekeltert. Alle Reben kommen von Musters eigenem Weinberg. Weil alles, was ich mache, authentisch ist. Geplanter Ausstoß per annum: bis zu 70.000 Flaschen. Der Kauf eines Hotels im obersteirischen Trofaiach macht ihn zusätzlich noch zum Neo-Hotelier (Toms Sporthotel).
Fragt sich nur, wie Muster bei derlei Aktivitäten das unverzichtbare Instrumentarium des Time-Managements bewältigt. Der lacht und antwortet entwaffnend ehrlich: Das frag ich mich auch. Und auch Freundin Kathi Wenusch bekommt ihren Tom hauptsächlich deswegen überhaupt noch zu Gesicht, weil wir im selben Bett schlafen. Und, weit profaner, weil Geschäftsmann Muster im besten Eck von Graz 250 Quadratmeter extrem günstig erworben hat und folgerichtig Büro und Wohnung zusammengelegt sind: Das will ich künftig immer so halten.
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