Mittwoch, 6. April 2005

Tobias Moretti: Mein Kampf mit Hitler

  • Sein Horrortrip in Hitlers Wahnwelt
  • Plus: Die große Österreich-Abrechnung

Schmales Oberlippenbärtchen, wirre Frisur: Er meinte, sie könnten ihn für Charlie Chaplin halten. Er meinte, sie könnten über ihn lachen. Doch sie hielten ihn nicht für Charlie Chaplin, und sie lachten auch nicht. Sie rannten davon. Vor ihrem eigenen Vater. Dem Mann mit der Hitler-Fratze.

Die fünfjährige Antonia und der vierjährige Lenz, die Kinder von Tobias Moretti, rannten, obwohl sie noch gar nichts von den Gräueltaten jener Figur wussten, die ihr Papa darstellte. Darstellen musste. Von der Figur, die zumindest vorübergehend düstere Schatten auf sein Alltagsleben warf.
Ab 9. Mai (20.15 Uhr, ORF 2) ist Moretti in Heinrich Breloers dreiteiligem Dokudrama „Speer und Er“, das die Männerfreundschaft zwischen dem NS-Rüstungsminister Albert Speer und dem Braunauer Despoten akribisch nachzeichnet, zu sehen. Als Adolf Hitler.

Morettis Metamorphose. In NEWS spricht Österreichs beliebtester TV-Star erstmals ausführlich über die schwierigste Rolle seines Lebens – und über den Psychotrip, zu dem sein Eintauchen in die braune Wahnwelt des Diktators werden sollte: Es begann mit einer „quälenden Wesensveränderung“, die sich stets zwei, drei Tage vor Drehbeginn einer Szene einstellte – und die schließlich zu einer „zeitweiligen Verschmelzung mit Hitler“ führte. Moretti: „An normales Familienleben war nicht zu denken, ich kam nur zum Essen aus meinem Arbeitszimmer.“
Sein Leid an Hitler hat Moretti überwunden. Doch sein Österreichbild von heute hat es dennoch entscheidend geprägt. In einem seiner raren Interviews spannt der 45-jährige Tiroler einen gewaltigen Bogen von den Sünden der Zeitgeschichte zu den Zynismen der neuen Eliten.
Tobias Moretti, einmal Hitler und zurück – seine Abrechnung mit dem Gestern, seine Angst vor dem Heute …

Die ganze Story und das Interview mit Tobias Moreti finden Sie im neuen NEWS

6.4.2005 17:01