Donnerstag, 14. April 2005

"Befinden uns auf Preisforderungstrip": Milchbauern protestieren vor der NÖM

  • IG Milch: 'Wollen, dass NÖM Preissenkung zurücknimmt'

Die IG Milch hat wieder mit Protestaktionen begonnen. Anlass: Der Molkereikonzern NÖM hat seinen Lieferanten das Milchgeld Anfang April um zwei Cent je Liter gekürzt. "Wir befinden uns derzeit auf einem Preisforderungstrip", sagt Ewald Grünzweil, Obmann der IG Milch: "Wir wollen, dass die NÖM ihre Preissenkung wieder zurücknimmt".

Die IG Milch, eine Interessensgemeinschaft mit mittlerweile 4.000 Mitgliedern, hat erst Ende März in österreichweiten Protesten auf die Probleme der Milchbauern und die "existenzbedrohenden" Milchpreise hingewiesen. Die Handelsketten würden Milch als Lockartikel missbrauchen und dadurch die Molkereien unter Druck setzen. Die Molkereien würden den Druck an die Milchlieferanten weitergeben.

Gerade in diesem Umfeld ist die Aktion der NÖM nicht mit Freude aufgenommen worden, wenngleich sie durchaus üblich ist: im Frühjahr, wenn die Kühe wieder mehr Milch geben, kürzen die Molkereien den Bauern das in den Wintermonaten angehobene Milchgeld.

Seit Montag marschieren Milchbauern zu Protesten vor dem Betriebsgelände der NÖM in Baden bei Wien auf. Die NÖM hat indes Sicherheitskräfte beauftragt, das Gelände zu bewachen.

Für Freitag hat die IG Milch eine Pressekonferenz einberufen, um "nicht nur die Medien, sondern die gesamte Öffentlichkeit auf die Unternehmenspolitik der NÖM und der Raiffeisenlandesbank aufmerksam zu machen.

Die kritischen Milchbauern sorgen sich auch um Jobs: "Bei gleich bleibenden politischen Rahmenbedingungen bedeutet dies, dass in den nächsten 10 Jahren 100.000 Arbeitsplätze geschaffen werden müssen: 25.000 für aus der Milchproduktion hinausgedrängte Bauern und 75.000 für jene im vor- und nachgelagerten Bereich", so der Text. Denn: "Ein Bauer sichert im vor- und nachgelagerten Bereich drei Arbeitsplätze". (apa)

14.4.2005 17:38