Donnerstag, 7. April 2005

EU-Förderungen: LH Niessl zieht eine
positive Zwischenbilanz für das Burgenland

  • Gesamtinvestitionen von über 1,57 Mrd. € entstanden
  • Studie empfiehlt eine Ansiedlung von Leitbetrieben

Eine positive Zwischenbilanz über die Umsetzung der EU-Förderungen im Burgenland zog am Donnerstag Landeshauptmann Hans Niessl (S) bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt. Im Rahmen der Strukturfondsprogramme Ziel 1, Interreg, Leader, Equal und innovative Maßnahmen seien von 2000 bis 2004 mehr als 575 Mio. Euro an Mitteln von Bund, Land und EU in burgenländische Projekte investiert worden. Dadurch wurden Gesamtinvestitionen im Umfang von mehr als 1,57 Mrd. Euro ausgelöst, so Niessl. Fast zwei Drittel der eingesetzten Gelder kämen von Projektträgern aus der Region.

Das Burgenland habe durch den EU-Beitritt Österreichs in einem sehr hohen Maß profitiert und den Ziel 1-Status ausgezeichnet genutzt. Die Förderung von Leitbetrieben wie Technologiezentren und Thermen habe auch wichtige Impulse für die regionale Wirtschaft, für Zulieferer und Klein- und Kleinstbetriebe gegeben, so der Landeshauptmann.

Bereits 80 Prozent der von 2000 bis 2006 zur Verfügung stehenden EU-Mittel seien für konkrete Projekte gebunden. Von den Ziel-1-Strukturfondsgeldern entfielen 74 Prozent auf Klein- und Mittelbetriebe, damit liege man über den Vorgaben der EU. Insgesamt seien 50 Prozent der Förderungen im Mittel- und Südburgenland, 29 Prozent im Nordburgenland und 21 Prozent für überregionale Projekte eingesetzt worden, erläuterte Niessl.

Im Rahmen einer Studie wurden von der Wiener Consultingfirma Kreutzer Fischer & Partner auch die mit der Ansiedlung von Leitbetrieben verbundenen Umwegrentabilitäten untersucht. Die Förderung von Leitbetrieben habe positive Effekte auf die übrige Wirtschaft, so Geschäftsführer Andreas Kreutzer: Allein durch die Firmen Mareto in Parndorf, Lenzing-Lyocell in Heiligenkreuz und das Thermen- und Golfressort Stegersbach seien direkt und indirekt fast 1.200 Arbeitsplätze geschaffen worden. Die drei Leitbetriebe wurden bis 2004 mit insgesamt etwa 80 Mio. Euro gefördert. Für jeden im Zuge eines Großprojektes geschaffenen Arbeitsplatz entstehe annähernd ein Arbeitsplatz in einem anderen burgenländischen Unternehmen.

Ein Ansatzpunkt wäre laut Kreutzer, künftig stärker Unternehmen im technologischen Bereich zu fördern. Die derzeitige Struktur der Projektgrößen entspreche durchaus den Rahmenbedingungen: "Wir denken aber, dass in Zukunft stärkeres Augenmerk auf die Ansiedlung von innovativen Unternehmen und von Leitbetrieben genommen werden sollte." Dabei solle man auch das Arbeitskräftepotenzial nutzen, empfahl Kreutzer: Im Burgenland sei etwa der Facharbeiteranteil größer als in allen anderen österreichischen Bundesländern.

(apa)

7.4.2005 16:05