Postbus-Teilverkauf verzögert sich: Richard, Blaguss, Sabtours springen ab
- Nach Rückzug Gespräche mit neuen Bietern
- Abschluss noch im Frühling erwartet, 21 Pakete verkauft
Die Teilprivatisierung der ÖBB-Postbus GmbH verzögert sich. Grund dafür ist der Absprung der drei größten Interessenten Dr. Richard, Blaguss und Sabtours. Richard habe sein Angebot zurückgezogen, Blaguss und Sabtours seien nicht mehr unter den Bestbietern, erklärte der neue Postbus-Geschäftsführer Paul Frey. Die einstigen Hauptbetreiber der Teilprivatisierung hätten sich geweigert, mit den Linien auch das Postbus-Personal zu übernehmen. Dies sei jedoch von der Regierung vorgegeben worden. Der Postbus verhandle jetzt mit neuen Interessenten, so Frey.
21 Pakete sind laut dem Postbus-Bahnbus-Chef bereits an andere Unternehmen verkauft worden. Auch für die letzten zehn Pakete gebe es mehrere seriöse Angebote, betonte Frey. Verhandelt wird ihm zu Folge dabei auch mit ausländischen Interessierten - prominentester unter ihnen das französische Nahverkehrsunternehmen Keolis.
Berichte, wonach drei bis vier Pakete nicht verkauft werden könnten, weist Frey zurück. Der Abschluss der Verhandlungen werde sich lediglich vom Spätherbst ins Frühjahr verschieben.
Ostösterreich macht noch Probleme
Insgesamt gibt die größte österreichische Busgesellschaft damit gemäß Regierungsbeschluss ein Drittel seiner Postbus- und Bahnbus-Linien ab. Vollständig abgeschlossen worden sei die Teilprivatisierung in Kärnten und Vorarlberg. Rund die Hälfte der noch nicht verkauften Linien liegt in Ostösterreich, der Rest verteilt sich über die Bundesländer.
Dass die zu verkaufenden Linien nur mit rund 400 Postbus-Mitarbeitern abgegeben würden, sei von Beginn des Verkaufsprozesses an klar gewesen, rechtfertigt sich Frey. Die 270 beamteten Postbus-Bediensteten bleiben im Unternehmen und werden weiter übermittelt. Alle anderen müssten mit sämtlichen vertraglichen Rechten und Pflichten übernommen werden. Das sei bereits in den Verkaufsunterlagen festgeschrieben worden.
Klagen der ausgeschiedenen Interessenten
Im Gegensatz zu den drei großen Unternehmen hätten alle anderen Käufer dieses Modell begrüßt. Die Postbus-Mitarbeiter seien zwar teurer als die Kollektivvertragslenker. Dafür bekomme der Käufer erfahrene Mitarbeiter, die nicht nur die Fahrstrecke, sondern auch ihre Fahrgäste gut kennen würden, betont Frey.
Möglichen Klagen der ausgeschiedenen Interessenten blickt Frey gelassen entgegen. Der Verkaufsprozess sei mit der EU-Kommission abgestimmt worden. Neben dem transparenten Ausschreibeverfahren lasse das Unternehmen die endgültigen Kaufverträge auch von zwei unabhängigen Buchprüfern darauf hin prüfen, ob die Teilpakete nicht unter dem Mindestwert verkauft worden seien. Die abgeschlossenen Verkäufe haben die Sachverständigen laut Frey bereits bestätigt.
Wie viel der Postbus in Summe durch den Teilverkauf einnehmen wird, will der Geschäftsführer noch nicht kommentieren - erwartet wurden zuletzt rund 12,5 Mio. Euro. Frey sagt dazu nur: Mit den bisherigen Erlösen sei er "sehr zufrieden". Und auch unter den verbliebenen Interessenten gebe es keinen, der - wie kolportiert - nur einen Euro für ein Paket geboten habe. (apa/red)
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