OPEC-Vertreter erklären: Fördermengen könnten kurzfristig angehoben werden
- Weitere 500.000 Fass Öl pro Tag sind möglich
- Kartell könnte mehr Öl fördern als in Quoten festgelegt
Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) könnte eine weitere Erhöhung ihrer Fördermengen um weitere 500.000 Fass pro Tag bekannt geben, wenn die Ölpreise in nächster Zeit hoch bleiben.
"Ich denke, wir werden diese Entscheidung schnell treffen, wenn der Ölpreis zumindest für die kommenden zehn bis 14 Tage über 55 Dollar bleibt", sagte der Ölberater des nigerianischen Präsidenten, Edmund Daukoru, der Nachrichtenagentur Reuters. "Die Entscheidung könnte binnen zwei Wochen bekannt gegeben werden." Im asiatischen Handel war der Kontrakt für US-Öl zur Lieferung im Mai am Montag auf ein Rekordhoch von 57,79 Dollar (44,59 Euro) geklettert.
Einem OPEC-Delegierten zufolge will das Kartell bereits im April mehr Öl fördern als in den Quoten festgelegt. Die OPEC werde täglich rund 28,1 Mio. Barrel und damit schätzungsweise 400.000 Barrel mehr anbieten als im März, sagte der Delegierte am Montag in Dubai. Mitte März hatte die OPEC ihre Quoten um 500.000 auf 27,5 Mio. Barrel pro Tag erhöht und einen weiteren Aufschlag in dieser Größenordnung für den Fall anhaltend hoher Ölpreise in Aussicht gestellt.
Daukoru sprach sich für eine baldige Erhöhung der Quoten aus. Eine solche Entscheidung müsse nicht zwangsläufig die sofortige Aufstockung der Fördermengen zur Folge haben, sondern könne von der Preisentwicklung abhängig gemacht werden, sagte er. Nach Verstreichen beispielsweise einer Phase von zwei Wochen mit weiterhin hohen Preisen könne die Erhöhung dann automatisch eintreten.
Sollte allerdings auch die zweite Fördermengenerhöhung in Folge die Preise nicht bremsen können, dann hätte die OPEC nur noch wenig Spielraum zu einer weiteren Ausweitung der Produktion, stellte Daukoru klar. Das Kartell verfüge kaum mehr über freie Kapazitäten. Seiner Einschätzung nach sei das Angebot an Rohöl aber ausreichend. Daukoru führte die hohen Preise vor allem auf Spekulationen durch Investmentfonds zurück. (apa)
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