Mittwoch, 13. April 2005

1:1 gegen den FC Parma: Jetzt muss es die Austria abermals auswärts richten

  • Hoffnung auf Halbfinale im UEFA-Cup aber weiter intakt
  • "Haben einmal mehr europäisches Format bewiesen"

40.000 Austria-Fans haben nach dem UEFA-Cup-Viertelfinal-Hinspiel gegen den FC Parma das Happel-Stadion mit gemischten Gefühlen verlassen. Einerseits gibt das 1:1 Hoffnung für das Rückspiel am Donnerstag in Italien, andererseits wäre gegen den 17. der Serie A an diesem Abend weitaus mehr möglich gewesen. "Die Mannschaft hat einmal mehr europäisches Format bewiesen. Wir waren die bessere Mannschaft und hätten das Spiel eigentlich gewinnen müssen. Das stimmt uns zuversichtlich", sieht Sportmanager Günter Kronsteiner die Aufstiegschance intakt.

Hoffnung schöpft die Austria vor allem auf Grund der bisherigen Auswärtsstärke im laufenden UEFA-Cup. So kamen die Violetten u.a. in den beiden K.o.-Runden gegen Athletic Bilbao (2:1) und Real Saragossa (2:2) trotz zweier Heimunentschieden (0:0 und 1:1) weiter. "Wir haben bis jetzt alles auswärts geschafft. Warum sollte uns das nicht auch in Parma gelingen", erklärte Austria-Coach Lars Söndergaard, der vor der Pause ein klares Elferfoul an Ivica Vastic reklamiert hatte.

Hoffnungen ruhen aber auch auf den Schultern von Libor Sionko, der bisher fünf UEFA-Cup-Tore (u.a. zwei in Bilbao) erzielt und am Donnerstag wegen einer Grippe gefehlt hatte. "Er kann vor allem auswärts für die notwendige Offensivschlagkraft sorgen", weiß Kronsteiner, der auch auf den abgeschlagenen Radoslaw Gilewicz verzichten musste. "Wir haben bereits mehrfach gezeigt, dass wir international auch auswärts bestehen können. Ich traue uns in Parma das eine oder andere Tor zu", so Kronsteiner.

Warnung vor Catenaccio hatte genutzt
Der Austria ist gegen Parma zumindest bereits das gelungen, was zuvor dem VfB Stuttgart und dem FC Sevilla in 390 UEFA-Cup-Minuten verwehrt geblieben war - ein Torerfolg. "Das war das erste UEFA-Cup-Gegentor für Parma im Jahr 2005. Das ist nicht irgendwas. Vor eineinhalb Jahren ist eine österreichische Mannschaft gegen Parma mit 0:9 ausgeschieden", erinnert Kronsteiner an das Debakel der Salzburger im UEFA-Cup 2003/2004 (0:4 zu Hause, 0:5 auswärts). Kronsteiner: "Man sieht einen klaren Aufwärtstrend im österreichischen Fußball."

Der Steirer, der vor der Partie eindringlich vor dem Parma-Catenaccio gewarnt hatte, trauerte den zahlreichen vergebenen Chancen nach. "Wir haben auf Sieg gespielt, haben es aber leider verabsäumt, das eine oder andere Tor mehr zu schießen. Aber gegen die Spanier hatten wir in den Heimspielen weniger Chancen und sind trotzdem aufgestiegen."

Austrias "Big Boss" Frank Stronach verfolgte das Spiel auf der prall gefüllten VIP-Tribüne des Happel-Stadions und war nach Schlusspfiff zufrieden: "So ist es im Fußball, heute hatten wir leider kein Glück. Aber wir haben sehr gut gespielt, viel Herz und guten Einsatz gezeigt. Wer aufsteigt, wird eine Frage von Glück und Pech sein."

Dospel voll mit sich zufrieden
Außenverteidiger Ernst Dospel sprach trotz verhaltener erster Spielhälfte vom bisher besten Europacup-Heimspiel der Austria in der laufenden Saison. "Unser einziges Manko war die schlechte Chancenauswertung, so viele Möglichkeiten bekommt man gegen eine italienische Mannschaft nicht alle Tage. Nach der Pause haben wir Parma minutenlang in die eigenen Hälfte gedrängt. Parma hatte diesmal das Glück, vielleicht haben wir es im Rückspiel. Ich bin überzeugt, dass uns der Aufstieg gelingt."

Vor dem Gegentor durch Andrea Pisanu hatte Dospel unglücklich einen Fuß im Spiel, der Schuss wurde unhaltbar abgefälscht. "Damit konnte ich nicht rechnen, das war Pech. Aber ein 1:1 ist keine schlechte Ausgangsposition", meinte Tormann Szabolcs Safar, der als Ersatz für den gesperrten Joey Didulica wenig zu tun hatte.
(apa/red)

13.4.2005 13:30