Champions League: Gesperrter Mourinho sorgt auch in Abwesenheit für Aufregung!
- Diskussionen um Funkkontakt zur Chelsea-Bank
- Milan-Derbysieg im Zeichen der Trauer um den Papst
·Chelsea fertigt die Bayern mit 4:2 ab!
2. Bayern-Treffer in letzter Minute. Milan - Inter 0:2
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Der von der UEFA für beide Champions League-Viertelfinalspiele gegen Bayern München gesperrte Chelsea-Coach Jose Mourinho hat am Mittwochabend im Rahmen des 4:2-Heimsieges seines Teams einmal mehr für Diskussionen gesorgt. Und das, ohne einen Fuß in das Stadion an der Stamford Bridge gesetzt zu haben. Britische TV-Bilder legten den Verdacht nahe, dass der Portugiese per Funk mit der Chelsea-Betreuerbank verbunden war. In Mailand stand der 2:0-Heimsieg des AC Milan über den Stadtrivalen Inter ganz im Zeichen der Trauer um den verstorbenen Papst Johannes Paul II.
Chelsea-Mittelfeldstar Frank Lampard avancierte mit zwei Toren und einer herausragenden Leistung zum Mann des Abends. Der 30-fache englische Nationalspieler, der die "Three Lions" im WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich (2:2) in Wien im vergangenen September mit einem seiner bisher 14 Team-Tore 1:0 in Führung gebracht hatte, erzielte zunächst den 2:1-Führungstreffer (60.). Nur zehn Minuten später sorgte der 26-Jährige mit einer Brust-Abnahme und anschließendem Drehschuss ins lange Eck für den Höhepunkt der Partie.
Nach dem Spiel drehte sich dennoch alles um Mourinho. TV-Bilder zeigten den portugiesischen Chelsea-Konditionstrainer Rui Faria, der sich - bekleidet mit einer überdimensionalen und seine Ohren abdeckenden Wollmütze - mehrmals mit dem in Mourinhos Abwesenheit verantwortlichen Co-Trainer Steve Clark austauschte. UEFA-Sprecher Frits Ahlström meinte zu geäußerten Vermutungen, dass der untersagte Kontakt zwischen dem gesperrten Trainer und der Bank doch stattgefunden hätte: "Ich habe keinen Grund, Jose Mourinho zu misstrauen. Aber wenn so etwas stattgefunden hat, werden wir es untersuchen."
Lampard über Ballacks Elfertor "enttäuscht"
Der ehemalige Nationalspieler und Chelsea-Trainer Glenn Hoddle, der für die übertragende TV-Station "Sky" kommentierte, sorgte mit seinen Vermutungen für Heiterkeit: "Wer weiß, über was die sich unterhalten haben. Das könnte ein Fall für Perry Mason werden." Matchwinner Lampard beschränkte sich auf das Sportliche und war mit seinen Gedanken schon beim Rückspiel in einer Woche in München: "Wir sind trotz des Sieges enttäuscht, dass wir in der letzten Minute noch das Elfmetertor von Ballack bekommen haben. 4:1 wäre ein hervorragender Vorsprung gewesen."
Der Doppeltorschütze zeigte großen Respekt vor den Bayern: "Sie sind stark, gut organisiert und haben Weltklassespieler. Wir haben gesehen, was Bayern beim 3:1 in München mit Arsenal gemacht hat. Es ist definitiv noch nichts entschieden."
Bayern-Manager Uli Hoeneß, Trainer Felix Magath und sein Star-Torhüter Oliver Kahn versprachen Chelsea einen heißen Tanz im Rückspiel. "Wir werden so hart attackieren, dass die Stadionwände wackeln werden", kündigte Hoeneß an. Magath, der mit einigen Schiedsrichterentscheidungen haderte, blies ins gleiche Horn: "Ich bin sicher, dass wir den Rückstand im zweiten Spiel aufholen." Kahn gab sich ebenfalls kämpferisch: "Das Tor in der letzten Minute hat uns eine reale Chance gelassen. Wir haben keinen Grund, die Schultern hängen zu lassen."
Inter-Trainer Mancini setzt jetzt auf Adriano
AC Milan entschied das Derby gegen Inter zwar mit 2:0 für sich, die Mailänder Fans standen jedoch so eng zusammen wie noch nie. Als Zeichen ihrer tiefen Trauer um den verstorbenen Papst Johannes Paul II. erhoben sich die 80.000 Zuschauer im Meazza-Stadion und klatschten vor dem Anpfiff vier Minuten lang Beifall. In den sonst verfeindeten Fan- Kurven im San Siro wurde der "Heilige Vater" gemeinsam gewürdigt, Spruchbänder mit der Aufschrift "Ein großer Applaus für den Papst" und "Johannes Paul der Große" wurden in die Höhe gehalten.
Zu diesem Zeitpunkt ahnten die Inter-Fans noch nicht, dass sie auch nach dem Spiel trauern würden. Stam (46.) und Schewtschenko (69.) nahmen Inter den Nimbus der Unbesiegbarkeit in der Champions League. "Milan unerbittlich", titelte die "Gazzetta dello Sport". Dem Serie A-Leader reichten zwei große Chancen und eine Weltklasse-Leistung von Torhüter Dida. "Ich hoffe jetzt auf Adriano", klammert sich Inter-Trainer Mancini an das Comeback seines Top-Torjägers im Rückspiel.
Sein Gegenüber Ancelotti mahnte zur Vorsicht, obwohl "das 2:0 natürlich sehr viel wert ist". Am meisten freute sich Ancelotti über seinen Stürmer Schewtschenko, der nach sechs Wochen Verletzungspause sein Comeback gab: "Er hat sein Tor mit der Seite des Kopfes erzielt, auf der er sich das Jochbein gebrochen hatte. Einen besseren Beweis für eine überwundene Blessur gibt es nicht." Europas Fußballer des Jahres selbst meinte: "Es war mein am meisten ersehntes Tor. Das Resultat ist ein schöner Vorsprung." (apa/red)
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