Austrias Schlüsselspieler: Ivica Vastic hat die "ewige Jugend" scheinbar gepachtet
- Kronsteiner: ÖFB-Team-Routinier fit wie ein 20-Jähriger
- Ivos Erfolgsgeheimnis: "Ich lebe für den Fußball"
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Austrias Schlüsselspieler: "Ich lebe für den Fußball"
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"Das ist kein typischer 35-Jähriger, körperlich ist er ein 20-Jähriger". So spricht Austria-Sportmanager Günter Kronsteiner über Ausnahme-Techniker Ivica Vastic, der trotz fortgeschrittenen Alters Leistungsträger im ÖFB-Nationalteam und in den Reihen der Violetten ist. Das Erfolgsgeheimnis für Ivos "ewige Jugend" klingt einfach: "Ich lebe für den Fußball."
Angesprochen auf das Sonderlob seines Austria-Bosses meint Vastic: "Ich fühle mich jetzt sogar besser als damals mit 20 Jahren, körperlich und geistig." Das Offensiv-Kaliber hatte gesundheitlich das Glück des Tüchtigen ("Mir ist Gott sei Dank bis jetzt eine größere Verletzung erspart geblieben") und stets jenen Willen, der ihn nun vom Großteil der "typischen" 35-Jährigen abhebt.
"Ich investiere viel und bekomme dafür viel. Es ist ein Geben und Nehmen", erklärt Vastic, der regelmäßig Sonderschichten in der Kraftkammer und auf dem Mountainbike einschiebt, im APA-Gespräch. "Denn Übung macht den Meister. Man ist niemals so gut, dass man nicht mehr üben muss."
Wie lange man mit einem Körper à la Vastic ("Ich habe keine Gelenksprobleme, brauche im Gegensatz zu einigen 20-Jährigen keine Bandagen") auf diesem Niveau kicken kann, weiß Vastic nicht. Ob es im Sommer eine Vertragsverlängerung mit der Austria gibt, weiß der zwölffache ÖFB-Teamtorschütze ebenfalls noch nicht. "Ich werde bis zur letzten Minute kämpfen, damit die Austria in Meisterschaft und Europacup erfolgreich ist. Dann wird man weiter sehen."
Nach Ablehnung ein Liebling der violetten Fans
Mit seiner vorbildlichen Einstellung, seinen Kabinettstücken und wichtigen Toren hat Vastic sämtliche Hürden in seiner neuen Heimat Österreich gemeistert. Und es waren teilweise viele und hohe Hürden, die ihm im Weg standen. Als Sturm-Primgeiger war er vor allem in Wien Feindbild. Dann nach einjährigem Gastspiel in Japan (Nagoya Grampus Eight) kam im Sommer 2003 der heiß diskutierte Sensationstransfer ausgerechnet zur Austria. Wenig freundliche Fan-Transparente ("Vastic nein Danke", "Ivo Vastic, keiner von uns", ...) folgten.
Mittlerweile hat Vastic auch längst die violette Anhängerschaft überzeugt und wird von Austria- und Nationalteam-Fans mit "Ivo, Ivo"-Chören gefeiert. Vastic dankt es mit seinen Leistungen und wichtigen Treffern wie zuletzt dem vorentscheidenden 1:0 für Österreich in der WM-Qualifikation in Wales.
Vastic glaubt an Austria-Erfolge wie zu seinen Sturm-Zeiten
Mit der Austria ist Vastic auf dem Weg Richtung Europas Spitze, er war aber auch mit von der Partie, als die bis dato letzte österreichische Mannschaft in ähnliche europäische Sphären vorgedrungen war. Als Lenker und Denker von Sturm Graz führte er die Steirer unter Coach Ivica Osim drei Mal in die Gruppenphase und einmal sogar der in die Zwischenrunde der Champions League.
Vergleiche zwischen Sturm damals und Austria heute kann man nach Ansicht des gebürtigen Kroaten, der auf Grund der Kriegswirren in seiner Heimat Anfang der 90er Jahre nach Österreich geflüchtet ist und seit 1996 die rot-weiß-rote Staatsbürgerschaft hat, nicht wirklich ziehen.
"Bei Sturm waren wir eine eingeschworene Mannschaft, die über Jahre hinweg zusammen gewachsen ist und die auch außerhalb des Platzes dick befreundet war. Wir waren eine richtige Truppe." Bei Austria könnte ein derartiges Mannschaftsgefüge im Entstehen sein. "Dafür muss diese Mannschaft aber noch einige Zeit zusammen bleiben."
Vastic, dessen Sohn Toni in Austrias U12 kickt, ist der einzige aus dem aktuellen Austria-Kader, der im Europacup bereits Parma-Erfahrung hat. "Eine traurige Geschichte. Wir waren die bessere Mannschaft", blickt der Offensiv-Spieler auf das knappe UEFA-Cup-Out von Sturm im UEFA-Cup 1999/2000 gegen Parma (auswärts 1:2, zu Hause 3:3 nach Verlängerung) zurück. Damals hatte das unumstrittene Tor von Stanic - Schicklgruber fing eine Flanke knapp vor bzw. knapp hinter der Torlinie - die Vorentscheidung gebracht hatte. Vastic: "Jetzt gibt es die große Chance zur Revanche."
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