"Haben auswärts ein mentales Problem": Parma mieseste Auswärtstruppe der Serie A
- Carmignani: "Unser Hauptziel heißt Klassenerhalt"
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Austria Wiens UEFA-Cup-Gegner FC Parma ist am Mittwoch nach einem Training hinter verschlossenen Türen vom Verdi-Flughafen Richtung Wien aufgebrochen. Das Team von Cheftrainer Pietro Carmignani blickt dem Auswärtsspiel im Wiener Happel-Stadion gelassen entgegen - für die Italiener hat derzeit der Klassenerhalt in der Serie A Priorität. "Unser Hauptziel heißt Klassenerhalt und nicht UEFA-Cup, aber wir wollen dennoch so weit wie möglich kommen. So lautet unser Auftrag", stellte Carmignani vor der Wien-Reise klar.
In der Serie steht der finanziell schwer angeschlagene Klub unter 20 Teams nur auf dem 17. Platz, von den Abstiegsrängen trennt die "Gialloblu", die nach wie vor verzweifelt einen Käufer suchen, aktuell nur ein Pünktchen. Der Hauptgrund dafür macht der Austria für Donnerstag Mut - denn Parma ist bis dato das schlechteste Auswärtsteam der Meisterschaft. In 14 Spielen hat es bei 9:29-Toren lediglich zu einem Sieg und zwei Remis gereicht.
Genau dort hat man beim dreifachen Europacupsieger aus der Emilia Romagna in den vergangenen Wochen auch den Hebel angesetzt. "Wir haben auswärts ein mentales Problem", weiß Carmignani, der die Abstiegssorgen in der 170.000-Einwohner-Stadt aber im Gegensatz zu Ex-Parma-Coach Arrigo Sacchi ("Der UEFA-Cup hat Parma mindestens vier Punkte gekostet") nicht aufs laufende UEFA-Cup-Engagement zurück führen möchte.
Parma sparte im UEFA-Cup seine Kräfte
"Denn so weit es ging, habe ich im UEFA-Cup bisher Kräfte gespart", erklärt Carmignani und verweist damit auf die Tatsache, dass er Stützen wie Goalie Frey, Mittelfeldspieler Morfeo oder Stürmerstar Gilardino teilweise geschont hat. Andererseits braucht Parma seit dem Parmalat-Zusammenbruch jeden Cent, also auch die Einnahmen aus dem UEFA-Cup.
Parma-Verteidiger Paolo Cannavaro betonte dennoch, dass er und seine Kollegen unbeschwert an die Aufgabe Austria heran gehen. "Wir haben bis jetzt nicht viel an den UEFA-Cup gedacht und sind so weit gekommen. Genauso wollen wir es weiterhin machen, wir müssen ruhig bleiben." Auch der 23-Jährige weiß genau, was die Fans wollen: "Sie haben schon genug Cup-Siege gefeiert. Die Fans wollen Parma in der Serie A sehen."
Parma gilt als wahrer Cup-Spezialist: drei Mal wurde die nationale "Coppa Italia" gewonnen (1992, 1999, 2002), zwei Mal der UEFA-Cup (1995, 1999) und je ein Mal der Cup der Cupsieger (1993), der italienische Supercup (1999) sowie der europäische Supercup (1993). Nur ein Meistertitel fehlt den Italienern noch.
Paolo Cannavaro: "Wir wurden von unseren Gegnern stark unterschätzt
Die große Differenz zwischen den Leistungen in der Meisterschaft und im UEFA-Cup beschreibt Cannavaro so: "Jene Spieler, die im UEFA-Cup ihre Chance bekommen, wollen zeigen, wie gut sie sind. Und zu Beginn wurden wir von unseren Gegnern stark unterschätzt - dafür wurden sie hart bestraft. Außerdem ist die Serie A anders: da hat man viel weniger Platz, es gibt mehr Aggressivität."
Mittelfeldspieler Jorge Bolano glaubt, dass Parma seinen Auswärtsfluch im Saisonfinish ablegen kann. "Zu Hause können wir alle schlagen, da haben wir unheimliches Selbstvertrauen. Auswärts sieht das anders aus. Aber wir haben viel an diesem Problem gearbeitet und wollen nun die Früchte dafür ernten." (apa/red)
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