Dienstag, 5. April 2005

"An der Grenze des Erlaubten": Auf
die Austria wartet italienischer Beton

  • Söndergaard rechnet mit Parma-Superstar Gilardino
  • PLUS: Austria setzt auf neue Nummer eins im Tor

Auf die Wiener Austria wartet am Donnerstag (LIVE auf networld.at!) im Viertelfinal-Hinspiel des UEFA-Cups italienischer Beton. "Parma ist typisch italienisch: defensiv sehr kompakt und punkto Härte an der Grenze des Erlaubten", beschreibt Austrias Taktikmeister Lars Söndergaard seine Eindrücke vom FC Parma. Der Däne glaubt auch, dass im Wiener Happel-Stadion Parmas Stürmer-Star Alberto Gilardino (22) spielen wird - dass die in der Serie A vom Abstieg bedrohten Italiener in Österreich eine "B-Mannschaft" aufs Feld schicken, kann sich Söndergaard keinesfalls vorstellen.

Wie schwer die Truppe von Coach Pietro Carmignani auf internationalem Parkett zu biegen ist, hat sie in den zwei bisherigen K.o.-Runden gezeigt: gegen den Stranzl-Klub VfB Stuttgart (0:0, 2:0 n.V.) und den FC Sevilla (0:0, 1:0) ließ man in 210 Minuten kein einziges Gegentor zu.

Hauptziel der Austria muss es laut Söndergaard sein, die Partie am Donnerstag ohne Gegentor zu überstehen. "Das erste Spiel wird sicher eine taktische Sache. Da muss die Null stehen. Das ist das Wichtigste, dann haben wir schon viel erreicht." Von der aktuellen Tabellenposition des Kontrahenten (Platz 17 unter 20 Teams) dürfe man sich nicht täuschen lassen - Söndergaard: "Parma hatte lediglich einen sehr schlechten Start. Mittlerweile sind sie viel besser als sie in der Tabelle dastehen".

Zwei Star-Kicker sorgen für die Tore
Parma tritt so wie viele andere internationale Spitzenteams nur mit einer nominellen Spitze (Gilardino) auf und vertraut auf ein 4-4-1-1-System. Hinter dem italienischen Teamstürmer und Dauerläufer Gilardino (U21-EM 2004, Olympia 2004, Serie A, Coppa Italia, UEFA-Cup,...), der im Sommer 2005 wohl beim AC Milan landen wird, sorgt Domenico Morfeo, der zweite Star-Kicker der "Gialloblu", für Betrieb.

Der gewiefte Taktiker Söndergaard rätselt eifrig über das mögliche Parma-System: "Dass Gilardino in Wien spielt, glaube ich schon. Eventuell verzichten sie auf Morfeo - dann sind sie aber noch defensiver." Den Rest des Teams stellt ein Haufen junger, hungriger Talente, der seit den finanziellen Turbulenzen des Vereins den Stamm des FC Parma bildet.

Parma setzt voll auf die Jugend
Wie sehr der dreifache Europacup-Sieger und dreifache italienische Cupsieger verjüngt worden ist, zeigt ein Blick auf die Kaderliste. Obwohl man mit Tormann-Oldie Luca Bucci einen 36-Jährigen im Aufgebot hat, beträgt das Durchschnittsalter 23,5 Jahre, in der Offensive sogar nur 21,7 Jahre.

Den Vergleich zwischen den spanischen Austria-Opfern Bilbao und Saragossa und Parma sieht Söndergaard folgendermaßen: "Die Spanier legen mehr Wert aufs Spielerische, die Italiener sind hingegen zynischer. Sie wollen zu null spielen, warten auf einen eventuellen Zufall. Und dann schlägt ein Mann wie Gilardino zu." (apa/red)

5.4.2005 15:32