Sonntag, 10. April 2005

BL-Spitze rückt wieder näher zusammen: Pasching nur 1:1 im Ländle, Rapid siegt 2:1

  • Oberösterreicher nur mehr mit drei Punkten Vorsprung
  • Admira und Sturm trennen sich 1:1, GAK vs. Salzburg 1:0

Der Titelkampf in der T-Mobile Fußball-Bundesliga hat sich wieder ein bisschen mehr zugespitzt. Leader Pasching kam bei Schlusslicht Bregenz nur zu einem 1:1 und liegt nun nur noch drei Punkte vor Rapid. Die Hütteldorfer besiegten daheim Mattersburg 2:1, sie haben ein Spiel weniger ausgetragen. Damit sind sie nach Verlustpunkten mit den Paschingern ebenso gleichauf wie der sechs Zähler zurückliegende UEFA-Cup-Halbfinalist Austria Wien. Admira und Sturm trennen sich 1:1. GAK hält dank eines Last-Minute-Tores gegen Salzburg den Kontakt zur Spitze.

Rekordmeister Rapid hat im Hanappi-Stadion erfolgreich Revanche an Mattersburg genommen. Sechs Tage nach der 0:1-Niederlage im Burgenland feierten die Hütteldorfer einen verdienten 2:1-(1:0)-Erfolg und liegen damit bei einem Spiel weniger nur noch drei Zähler hinter Spitzenreiter Superfund Pasching, der beim Schlusslicht Bregenz nicht über ein 1:1 hinauskam.

Die Hausherren benötigten 25 Minuten, um die Partie in den Griff zu bekommen, und dominierten in der Folge gegen die ohne die leicht angeschlagenen Stützen Kühbauer und Rene Wagner (wurde erst in der 82. Minute eingewechselt) angetretenen Gäste klar. In der 30. Minute landete der Ball zwar erstmals im Mattersburg-Tor, aber Schiedsrichter Einwaller entschied zurecht auf Abseits, da "Abstauber" Kincl beim Kulovits-Schuss hauchdünn im Abseits gestanden war.

In der 43. Minute rettete dann nach einem Feldhofer-Schuss aus 20 Metern die Stange für den geschlagenen SVM-Torhüter Borenitsch, doch in der Nachspielzeit durften die Rapid-Fans endlich jubeln: Nach einem Hofmann-Freistoß ans Lattenkreuz verwertete Verteidiger Markus Katzer den Abstauber per Kopf zur verdienten Führung (45.+2).

Nach dem Wechsel setzte sich die Überlegenheit der Rapidler fort, doch sowohl Ivanschitz (52.) als auch Kincl (65./nach Lawaree-Pass) scheiterten im Duell Mann gegen Mann am ausgezeichneten Borenitsch. Diese vergebenen hundertprozentigen Chancen rächten sich fast in der 71. Minute: Ein abgefälschter Kaintz-Freistoß aus 25 Metern traf zuerst die Stange und anschließend den überraschten Rapid-Schlussmann Payer, von dem der Ball parallel zur Torlinie zurück ins Feld sprang.

Wenig später fiel dann aber die endgültige Entscheidung zu Gunsten der Rapidler, bei denen im Vergleich zum 2:0-Erfolg am Mittwoch in Bregenz eine deutliche spielerische Steigerung zu erkennen war: Nach einer Martinez-Flanke übernahm Marek Kincl volley im Fallen mit dem Rücken zum Tor und traf haargenau ins Eck! Dieses Traumtor bedeutete den ersten Treffer im Jahr 2005 für den Tschechen, der im Herbst sieben Mal in der Meisterschaft eingenetzt hatte, und die Fortsetzung der Heimserie der Rapidler, die als einziges Team in der laufenden Saison vor eigenem Publikum noch ungeschlagen sind.

Der Anschlusstreffer für die Mattersburger kam zu spät: Nach Mandreko-Vorarbeit und Flanke von Thomas Wagner war Schmidt in der 93. Minute mit dem Kopf zur Stelle, wobei Rapid-Goalie Payer keine glückliche Figur machte.

Bregenz - Superfund 1:1
Das Schlusslicht Bregenz und Tabellenführer Pasching haben sich mit einem 1:1 (0:1)-Unentschieden getrennt. Für die stark abstiegsbedrohten Vorarlberger war es der erste Punktgewinn nach vier Niederlagen in Folge. Kirchler (34.) hatte die favorisierten Oberösterreicher in Führung gebracht. Pasching-Verteidiger Knabel (78.) rettete den Gastgebern mit einem Eigentor das glückliche Remis.

Das mit 1.600 Zuschauern spärlich besuchte Bodensee-Stadion machte seinem Namen alle Ehre, denn eine Mischung aus Schnee und Regen hatte für äußerst schwierige Platzverhältnisse gesorgt. Der ohne den gesperrten Jezek und die verletzten Kovacevic und Sariyar angereiste Spitzenreiter begann zurückhaltend und wartete auf einen Fehler von Bregenz, der bald folgen sollte.

Nach der einzigen Torchance der Hausherren in der ersten Spielhälfte durch Schepens (25.) leitete Bolter mit einem unnötigen Ballverlust einen Angriff der Paschinger ein. Der Torjäger der Oberösterreicher, Mayrleb, legte nach einer Flanke von links per Kopf für Glieder auf, dieser scheiterte an Bregenz-Torhüter Nagel, ehe Kirchler (34.) mit einem scharfen Schuss von der Strafraumgrenze für die 1:0-Führung der Gäste sorgte.

Nach dem Seitenwechsel beschränkte sich Pasching auf das Notwendigste, während Bregenz immer wieder am eigenen spielerischen Unvermögen scheiterte. So blieben zwei gute Reaktionen von Nagel, der Schüsse von Mayrleb (48.) und dem für Glieder eingewechselten Pichlmann (66.) jeweils per Faustabwehr entschärfte, vorläufig die Höhepunkte. Wenn Bregenz gefährlich wurde, dann über Nzuzi, der in der 75. und 76. Minute zwei gute Möglichkeiten vorfand.

Den 1:1-Ausgleich in der 78. Minute verdankten die Vorarlberger schließlich dem Gegner. Pasching-Routinier Baur verlängerte einen weiten gegnerischen Abschlag auf seinen Mannschaftskollegen Knabel, der den Ball per Kopf an seinem überraschten und zu weit aus seinem Kasten gekommenen Torhüter Schicklgruber vorbei ins Netz beförderte. In der Schlussphase drängte Bregenz sogar noch auf den Siegestreffer. Jakomin per Kopf (87.) und Nzuzi mit einem herrlichen Fallrückzieher scheiterten aber an Schicklgruber.

Admira - Sturm 1:1
Auch der zweite Vergleich zwischen Admira und Sturm Graz innerhalb einer Woche brachte keinen Sieger. Dem torlosen Remis von Graz folgte in der Südstadt ein 1:1 (0:1). Dag hatte die Gäste unmittelbar nach einem weiten Abschlag von Keeper Gratzei in Führung gebracht (37.), der eingewechselte Ortner verwertete die erste echte Chance der Niederösterreicher (63.) zum Ausgleich.

Sturm Graz war zwar defensiv aufgestellt, nahm aber bald das Heft in die Hand. Linz verfehlte nach einem Solo aus spitzem Winkel knapp (28.), doch kaum zehn Minuten später nützte Ekrem Dag einen Fehler von Pashazadeh und Ledwon und überhob Keeper Szamotulski gekonnt zur Führung der Gäste. Die Admiraner kamen vor dem Wechsel nach Standardsituationen zu ihren besten Möglichkeiten: Einen Peraica-Kopfball nach Labant-Freistoß wehrte Gratzei ab (22.), in der 35. Minute verfehlte Ledwon nach identischer Vorgeschichte.

Nach der Pause verabsäumten es die Steirer, vorzeitig alles klar zumachen. U.a. traf Säumel nach Fehler von Pashazadeh nur die Latte (52.). So gab es anstatt des ersten Sieges nach drei Matches wieder nur einen Punkt für die Petrovic-Elf, die weiter zwei Zähler hinter Admira auf Rang acht rangiert. Admira-Coach Thalhammer brachte eine halbe Stunde vor Schluss einen zweiten gelernten Stürmer und der 24-Jährige Ortner nützte kaum drei Minuten später seine erste Möglichkeit nach Lochpass von Labant.

GAK - Salzburg 1:0
Die unter der Woche vollzogene Übernahme durch den Getränke-Riesen Red Bull hat den Spielern des SV Salzburg zwar keine Flügel verliehen, ihnen aber genügend Energie für eine kämpferische Topleistung über 90 Minuten gegeben. Erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit verhalf Mario Bazina dem Meister GAK mit einem abgefälschten Schuss zu einem 1:0-Heimerfolg über den Tabellenvorletzten.

Die Grazer, die bereits in der Vorwoche in Salzburg dank eines Amerhauser-Tores knapp die Oberhand behalten hatten, wahrten mit dem vierten 1:0-Erfolg in ebenso vielen Saisonspielen gegen die Mozartstädter ihre kleine Chance auf die Titelverteidigung.

Die Gastgeber dominierten das Spiel von Beginn an, waren vor allem über die Flügel gefährlich. Torchancen blieben aber vorerst Mangelware. Bazina erlöste die 6.453 Zuschauer im Schwarzenegger-Stadion erst nach 92 Minuten mit einem abgefälschten Schuss aus 18 Metern, nachdem sich Kollmann auf der linken Seite durchgesetzt hatte. Zuvor war GAK-Teamspieler Standfest einem zählbaren Erfolg am nächsten gekommen, mit einem satten Schuss kurz nach der Pause aber an der Querlatte gescheitert (50.).

Bereits in Hälfte eins hatten die defensivorientierten Salzburger mehrmals Glück, als Schoppitsch einen Ehmann-Kopfball von der Linie kratzte, und Kollmann bzw. Aufhauser aus den Abprallern kein Kapital schlugen (18.). Laessig rettete bei einem weiteren sehenswerten Kopfball von Aufhauser (39.). Die größte Tormöglichkeit der Partie hatte schon zuvor paradoxerweise ein Salzburger vergeben. Der südkoreanische Internationale Seo enteilte der GAK-Verteidigung, scheiterte aber völlig alleine am gut positionierten Keeper Schranz (24.).

Spielerisch konnte sich bei den Mozartstädten, die tief in der eigenen Hälfte verteidigten, hingegen keiner der vierzehn Akteure für die Red-Bull-Ära empfehlen. Wer auch in der kommenden Saison im (roten?) Dress der Mannschaft von Milliardär Dietrich Mateschitz aufläuft, der sich im Gegensatz zu Austrias Mäzen Frank Stronach aus sportlichen Belangen weitgehend heraushalten möchte und auch seinem Auftaktspiel als Teambesitzer fernblieb, ist weiter unklar. Immerhin laufen im Sommer beim bis vergangenen Mittwoch noch krisengeschüttelten Klub 17 Spielerverträge aus.
(apa/red)

10.4.2005 07:29