Donnerstag, 14. April 2005

FIA setzt für Red Bull Regel außer Kraft: Freitag-Start von Klien ist damit gesichert

  • Vorschlag zur Änderung von allen Teams angenommen
  • Friesacher am Freitag erstmals mit neuem Minardi

Der Motorsport-Weltverband FIA hat die bisher geltende Regelung für die so genannten "Freitag-Fahrer" in der Formel 1-WM außer Kraft gesetzt. Damit darf Christian Klien ab dem Grand Prix von San Marino in Imola (24. April) den dritten Red Bull am Freitag pilotieren. "Das sind gute News. Damit kann ich weiter fahren und auch den Teamkollegen bei den Rennen helfen", freute sich Klien. Gute Nachrichten auf für Patrick Friesacher: Am Freitag wird der neue Minardi erstmals getestet, bei positivem Ergebnis kommt er bereits beim GP in Imola zum Einsatz.

Die Regeländerung war von Red Bull Racing angestrebt worden, weil das österreichisch-britische Team den Österreicher ab Imola für zumindest drei Rennen durch den bisherigen Testfahrer Vitantonio Liuzzi als GP-Pilot ersetzt und kein anderer Red-Bull-Pilot für den Job als Freitag-Testfahrer verfügbar war. Nummer eins bei Red Bull ist der Schotte David Coulthard.

Der Vorschlag war von allen anderen Teams einstimmig befürwortet worden, nach einer Fax-Abstimmung unter den übrigen Mitgliedern des F1-Councils gab die FIA am Freitag grünes Licht für die Änderung des Artikels 58b im Reglement. Bisher durften aus "Jugendschutzgründen" nur Fahrer den dritten Wagen eines Teams am Freitag fahren, die in den vergangen zwei Saisonen nicht mehr als sechs GP-Rennen bestritten hatten. Künftig reicht dafür die Formel-1-Superlizenz.

"Für einen Rennfahrer ist es extrem schwierig, zuzuschauen während deine Teamkollegen fahren. Also ist das eine wirklich erfreuliche Neuigkeit", freute sich Klien über diese Entscheidung. Auch RB-Teamchef Christian Horner, der die Unterschriften der Teams gesammelt und den Antrag an die FIA weitergeleitet hatte, zeigte sich erfreut. "Ich bin begeistert, dass uns alle Teams unterstützt haben. Es wäre für Christian extrem frustrierend gewesen, in Imola nicht zu fahren, nur weil er mit seinen 22 Jahren schon mehr als sechs GP-Rennen bestritten hat."

Neuer Minardi am Freitag erstmals am Prüfstand
Nach der Ausbootung von Christian Klien bei Red Bull und Alex Wurz bei McLaren ist Patrick Friesacher der einzige Österreicher, der beim nächsten Formel-1-GP in Imola derzeit seinen Startplatz sicher hat. Und wenn alles klappt, sitzt der Kärntner dann auch bereits im neuen Minardi. Der "Neue" wird am Freitag in Mugello erstmals von seinem niederländischen Teamkollegen Christijan Albers getestet, Friesachers Auto wird aber erst am kommenden Mittwoch fertig.

Trotzdem zeigte sich der Kärntner angetan. "Es ist ein komplett neues Auto, viel runder, viel schöner", schwärmte er nach der ersten Besichtigung in Faenza. Außerdem wird bereits der um 60 PS stärkere Cosworth-Motor im Heck sein, den derzeit auch Red Bull benützt und höchst gut damit fährt. "Ob wir schon im Imola damit Jordan angreifen können, weiß ich nicht. Aber danach in Barcelona und Monte Carlo ist das sicher das Ziel", sagte Friesacher.

Friesacher wird das neue Auto, das am ehesten dem McLaren-Mercedes ähnlich schaut, kommende Woche nur kurz auf einem Flugplatz ausprobieren können. "Deshalb wird es für mich nicht leicht werden." Dass Albers das Vorrecht hat, ist für den Wolfsberger in Ordnung. "Er hat ja auch als erster bei Minardi einen Vertrag unterschrieben, das Auto steht im zu."

Insgesamt sei mit dem Bau des Autos, das das bereits vier Jahre alte Modell ersetzt, ein spürbarer Ruck durch das ganze Team gegangen. Friesacher: "Bisher war Minardi für die letzte Reihe vorprogrammiert. Mit dem neuen Auto kam auch neue Motivation. Jetzt geht es hoffentlich bergauf."

Heidfeld bei Testunfall leicht verletzt
Nick Heidfeld hat seine Formel-1-Testfahrten im südfranzösischen Le Castellet vorzeitig beenden müssen. Der Deutsche zog sich am Donnerstag eine Zerrung der Rückenmuskulatur zu. In einer Kurve war der BMW-Williams FW27 ins Schleudern gekommen. Mit einem Korrekturmanöver konnte Heidfeld einen Unfall zwar verhindern, danach aber nicht mehr weiterfahren. Sein Einsatz beim Grand Prix von San Marino am 24. April scheint aber nicht gefährdet zu sein.
(apa/red)

14.4.2005 20:39
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