Montag, 11. April 2005

Capitals schlägt den KAC: Entscheidung um den Meistertitel erst im letzten Spiel!

  • Wiener gewannen in Klagenfurt überraschend klar 5:1
  • UMFRAGE: Wer wird Österreichs Eishockey-Meister?

Eishockey-Rekordmeister KAC hat den ersten Matchball nicht verwertet, damit fällt erstmals seit Bestehen der best-of-seven-Serie die Titelentscheidung in Österreich erst im siebenten Spiel. Die Vienna Capitals gewannen das sechste Spiel in der dramatischen Finalserie der Eishockey-Bundesliga in Klagenfurt mit 5:1 (2:1,1:0,2:0) und stellten auf 3:3. Und sie haben jetzt im Entscheidungsspiel am Dienstagabend (19:15) sogar Heimvorteil, allerdings hat es bisher ausschließlich Auswärtssiege gegeben.

Die Klagenfurter waren äußerst zuversichtlich in dieses Spiel gegangen, waren in Summe auch die bessere Mannschaft, mussten sich am Ende aber deutlich geschlagen geben. Die Wiener, die nach dem Ausfall von Wren und Lakos (Bänderriss in der Schulter) die erste Linie umgestellt hatten, agierten äußerst clever und setzten "einfaches Hockey" effektiv um. Vor allem die erste Linie bekam viel Eiszeit.

Im ersten Drittel gab es viel Hektik und viele Ausschlüsse, der bayrische Schiedsrichter Gerd Lichtenecker ließ sich wie erwartet nicht lumpen. So fiel prompt bei 5:3-Überlegenheit der Führungstreffer für die Caps, als Kapitän Dieter Kalt einen Werenka-Schuss ins Tor von Cloutier-Ersatzgoalie Andrew Verner ablenkte (10.). Dann legte Suorsa für Mike Craig auf, nach einem Haken saß auch dessen Schuss zum 0:2 (13.). Die bis dahin leicht überlegenen Wiener konnten die erstmalige Zweitore-Führung in der Finalserie aber nicht über die Runden bringen. In der letzten Minute fiel durch Siklenka der wichtige Anschlusstreffer für den KAC.

Bessere Klagenfurter, clevere Wiener
Im zweiten Drittel war der KAC klar besser, die Wiener spielten aber aus der Verteidigung heraus cleverer und schafften prompt die neuerliche Zweitore-Führung. Und zwar auf kuriose Art. Chyzowski schoss quasi von der "Corner-Fahne" aufs Tor, der Puck sprang von Verners Schlittschuh ins eigene Gehäuse (36.).

Die Klagenfurter erfingen sich aber schnell von diesem Schock und gaben dann auch im Schlussabschnitt Vollgas. Die Angriffslust der "Roten" wurde aber bitter bestraft. Suorsa fuhr einen Konter, Verner wehrte zunächst noch ab, aber mit dem Nachschuss war der Finne erfolgreich und sorgte mit dem 1:4 für die Vorentscheidung. Bei KAC gab es nur noch einmal Toralarm, als der Puck von der Stange aus dem Caps-Tor sprang. Mike Craig machte schließlich von der roten Linie mit einem Schuss ins leere KAC-Tor alles klar (59.) für die Wiener.

"Jetzt ist Superbowl!"
"Leider haben wir ausgerechnet heute, als es um den Titel ging, eines unserer schlechtesten Spiele gespielt. Wir waren zu passiv, einfach nicht in Bewegung", sagte KAC-Trainer Mats Waltin. "Aber wir sind bereit für Dienstag!" Caps-Coalie Frederic Chabot hat seinerseits kein Problem mit Heimvorteil beim Entscheidungsspiel. "Jetzt ist Superbowl!" Caps-Coach Jim Boni sagte: "Ich bin sehr stolz auf diese Mannschaft!"

Die Vienna Capitals wollen alles tun, um für das Entscheidungsspiel am Dienstag doch noch Ersatz für den verletzten Legionär Bob Wren zu finden. Zwei der kolportierten Kandidaten sind Ivo Jan bzw. Andy McDonald. Der Slowene Jan war im Vorjahr Topscorer in Graz und spielte zuletzt wie NHL-Crack (Anaheim) McDonald in der DEL.

Stand in der Serie: Capitals - KAC 3:3

KAC - Vienna Capitals Endstand 1:5 (1:2,0:1,0:2)
Klagenfurter Stadthalle, 5.000 (ausverkauft), SR Lichtenecker (GER)

Tore: Siklenka (20.) bzw. Kalt (10./PP), Craig (13., 59./empty net), Chyzowski (36.), Suorsa (51./SH)

Strafminuten: 12 bzw. 20

Bisherige Spiele: 1:2 (in Wien), 2:1 (Klagenfurt), 0:5 (Wien), 5:4 (n.P. in Klagenfurt), 1:3 (in Wien)

(apa/red)

11.4.2005 08:03