Montag, 11. April 2005

Golf-US-Masters in Augusta: Tiger Woods holt sich im Stechen seinen vierten Titel!

  • Stechen: Birdie am ersten Extraloch gegen DiMarco
  • Nach Masters-Sieg wieder Nummer eins der Welt

Die Durststrecke von Tiger Woods ist beendet. Der US-Golfstar gewann am Sonntag im Stechen am ersten Extraloch gegen Chris diMarco (USA) das mit 6,5 Millionen Dollar dotierte, 69. US Masters in Augusta und holte sich erstmals seit fast drei Jahren wieder einen Sieg bei einem Major-Turnier.

Woods bekam zum vierten Mal das Green Jacket angezogen, kassierte 1,2 Millionen Dollar Preisgeld und löste Vijay Singh wieder als Nummer eins der Welt ab. Und er widmete unter Tränen den Sieg seinem kranken Vater Earl, der erstmals nicht dabei sein konnte.

Die 18 Major-Siege von Jack Nicklaus stehen im Golfsport für so etwas wie die Ewigkeit. Auf dem Weg dorthin hat Woods nun die Hälfte hinter sich Mit insgesamt neun Erfolgen bei den vier Grand-Slam-Turnieren des Jahres (viermal Masters, zweimal US Open, einmal British Open, zweimal US PGA Championship) ist er mit 29 Jahren auf der Höhe der legendären Ben Hogan und Gary Player angelangt, vor sich hat er nur noch Nicklaus und Walter Hagen, der zwischen 1914 und 1929 elf Majors gewonnen hatte.

Der sechsfache Masters-Champion Nicklaus selbst nahm am 69. Masters, nach seiner 45. Teilnahme in Serie, unter Tränen Abschied von den wohl berühmtesten Fairways und Greens der Welt. Woods dagegen beendete eine fast dreijährige Durststrecke, bei zehn Majors seit den US Open 2002 war er sieglos geblieben. "Das ist der Beweis für die jahrelange harte Arbeit", sagte Woods in Anspielung an seine vielfach kritisierte Schwungumstellung.

Woods mit einem der "besten Schläge der Karriere"
Während mit Singh, Titelhalter Phil Mickelson und Ernie Els keiner aus dem restlichen Kreis der "Fantastischen 4" der Golfwelt Woods in der Schlussrunde des Masters alles abverlangten, war diesmal der 36-jährige US-Ryder-Cup-Spieler Chris DiMarco der große Kontrahent. Nach einem sehenswerten Zwischenspurt am Vormittag sah Woods schon wie der sichere Sieger aus, brillierte dabei mit Szenen wie am 16. Loch.

Am berühmten Par 3 mit dem nach links zum Wasser hin hängenden Green lochte Woods einen so ungemein schwierigen Chip ein, dass er später von "einem der besten Schläge der Karriere" und "einem aus der Kreativabteilung" sprach.

Während keiner noch einen Cent auf diMarco setzte, ließ sich Woods mit Bogeys am 17. und am 18. Loch aber doch noch einholen. Im Sudden-Death-Stechen, das ebenfalls am 18. Loch begann, brillierte Woods aber wieder mit zwei Glanzschlägen und sicherte sich mit einem Birdie vor 40.000 Zuschauern auf den überfüllten Rängen den 43. Sieg auf der Tour. "Im Finish so zu spielen, das ist ganz Besonders", sagte Woods und kämpfte mit den Tränen. als er den Sieg seinem Vater widmete. "Er kämpft so hart. Deshalb bedeutet mir das jetzt so viel weil ihm das hoffentlich wieder Hoffnung und Energie gibt, weiterzukämpfen."

diMarco gab sich als fairer Verlierer, auch wenn er zum zweiten Mal in Folge bei einem Major erst im Stechen verloren hatte. Die Europa-Ehre rettete Luke Donald. Während der Däne Thomas Björn am letzten Tag nach einer 81 von Platz drei auf Rang 25 abstürzte, beendete der Engländer nach einer 69er-Runde das Masters zusammen mit dem Südafrikaner Retief Goosen auf Platz drei.

Endstand 69. US-Masters im Augusta National Golf Club:
1. Tiger Woods (USA) 276 Schläge (74+66+65+71) Sieg am 1. Extraloch - 2. Chris DiMarco (USA) 276 (67+67+74+68) - 3. Retief Goosen (RSA) 283 (71+75+70+67), Luke Donald (GBR) 283 (68+77+69+69) - 5. Trevor Immelman (RSA) 284 (73+73+65+73), Rod Pampling (AUS) 284 (73+71+70+70), Mike Weir (CAN) 284 (74+71+68+71), Mark Hensby (AUS) 284 (69+73+70+72), Vijay Singh (FIJ) 284 (68+73+71+72) - 10. Phil Mickelson (USA) 285 (70+72+69+74) ... weiter: 20. Bernhard Langer (GER) 289 (74+74+70+71) - 47. Ernie Els (RSA) 298 (75+73+78+72)

Die Spieler mit den meisten Major-Siegen:
18 Jack Nicklaus (USA) - 11 Walter Hagen (USA) - 9 Tiger Woods (USA), Ben Hogan (USA), Gary Player (RSA) - 8 Tom Watson (USA) - 7 Bobby Jones (USA), Harry Vardon (GBR), Gene Sarazen (USA), Sam Snead (USA), Arnold Palmer (USA) - 6 Lee Trevino (USA), Nick Faldo (GBR)

Golf-Weltrangliste vom 11. April 2005 (nach US-Masters):
1. (Vorwoche: 2.) Tiger Woods (USA) 13,86 Durchschnittspunkte - 2. (1.) Vijay Singh (FIJ) 12,31 - 3. (3.) Ernie Els (RSA) 10,70 - 4. (4.) Phil Mickelson (USA) 9,46 - 5. (5.) Retief Goosen (RSA) 7,90 - 6. (6.) Padraig Harrington (IRL) 5,51 - 7. (15.) Chris DiMarco (USA) 5,32 - 8. (7.) Sergio Garcia (ESP) 5,11 - 9. (8.) David Toms (USA) 5,06 - 10. (9.) Adam Scott (AUS) 4,94 ... 241. Markus Brier (AUT) 0,59

(apa/red)

11.4.2005 13:52