"Hoyzer-Affäre": DFB sperrt Thijs Waterink im Zuge des Wettskandals bis Ende Juli
- Verein SC Paderborn lässt fristlose Kündigung folgen
Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den ersten Spieler im Zuge des Wett- und Manipulations-Skandals rechtskräftig verurteilt. Wie der DFB am Mittwoch mitteilte, wurde der Niederländer Thijs Waterink vom Regionalligisten SC Paderborn 07 wegen "unsportlichen Verhaltens in Tateinheit mit passiver Bestechung" bis 31. Juli dieses Jahres gesperrt.
Der Akteur hatte vor dem vom damaligen Schiedsrichter Robert Hoyzer manipulierten Erstrunden-Cupspiel der Paderborner gegen den Hamburger SV (4:2) am 21. August 10.000 Euro von einem "ihm unbekannten, südländisch anmutenden Mitbürger" mit dem Hinweis erhalten, dass er das Geld im Falle eines Sieges des Außenseiters behalten könne. Nach der Partie war das Geld unter den SC-Spielern (pro Kopf 500 Euro) verteilt worden. Das hatte der SC Paderborn im Zuge der Ermittlungen und Untersuchungen durch den DFB Ende Jänner 2005 bestätigt.
Seit Bekanntwerden des Skandals um Ex-Referee Hoyzer ist Waterink von seinem Verein freigestellt. Am 11. Februar endete das Sportgerichts-Verfahren wegen des nachweislich manipulierten Cupspiels Paderborn - HSV mit einem Vergleich. Die Partie wurde nicht wiederholt, dafür wurde der Hamburger Bundesligist mit insgesamt zwei Millionen Euro vom DFB entschädigt.
Nach der Verurteilung durch die Fußball-Richter wird dem 36-jährigen Waterink nun der Blaue Brief ins Haus flattern. "Wir hatten dem Spieler eine einvernehmliche Vertragsauflösung angeboten. Die hat er durch seinen Anwalt abgelehnt. Ich denke, es liegen nun aber genügend Gründe für eine fristlose Kündigung vor", sagte Paderborn-Geschäftsführer Michael Born am Donnerstag.
Wettskandal soll auch verfilmt werden
Der deutsche Wett- und Manipulationsskandal um korrupte Fußball-Schiedsrichter ruft nun auch die Filmemacher auf den Plan. Die Kölner Produktionsfirma "Lucas Entertainment" hat sich laut ihrem Besitzer Lutz Schebesta bereits Titel wie "Das gekaufte Spiel", Verwettet" oder "Tabellen-Dealer" schützen lassen. Schebesta bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung".
Der Spielfilm soll noch vor der Fußball-WM-Endrunde 2006 im Fernsehen oder Kino laufen, das Drehbuch bereits fertig gestellt sein. Mit den Dreharbeiten will die Produktionsfirma nach derzeitigem Planungsstand in knapp zehn Wochen beginnen. Über die Darsteller wollte Schebesta noch nicht sagen. Die Affäre um manipulierte Spiele und Schiedsrichter Robert Hoyzer ist für den deutschen Fußball der größte Skandal seit mehr als 30 Jahren. (apa)
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